Johanna Meadows

Johanna Meadows

  • Nachhaltige Kommunikation
  • „Ich lese, schreibe, höre und sehe viele bunte Geschichten in meinem Alltag. Manche pflanze ich hier auf meine Textwiese.“
  • Tipps zur Schneckenbekämpfung im Garten

    13. Juni 2018

    Wohl jeder Hobbygärtner kennt das Problem: Im Schutz der Dunkelheit kriechen ganze Horden von Nacktschnecken aus ihren Verstecken und machen sich über liebevoll gepflanzte Blumen und Gemüse her. Das kann den einen oder anderen Gartenbesitzer schon mal zur Verzweiflung bringen, denn die Rezepte zur Bekämpfung der Schnecken wirken nicht immer. Oft aber funktioniert die Kombination mehrerer Methoden …

    Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte man bei der Schneckenbekämpfung nicht zu eifrig vorgehen. Schnecken sind der Gesundheitsdienst im Garten. Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und sind damit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft. Zudem zersetzen sie Pflanzenreste und helfen so bei der Humusbildung mit.

    Diese Nacktschnecken richten Schäden an

    Wenn Nacktschnecken jedoch massenhaft auftreten, ist das ein Zeichen dafür, dass das natürliche Gleichgewicht gestört ist. Es empfiehlt sich dann in erster Linie, natürliche Feinde der Schnecken wie Igel, Kröten oder Blindschleichen im Garten zu fördern. Diese Tiere fühlen sich am ehesten in einem naturnah gestalteten Garten wohl.

    Wenn ihr es allerdings mit der Spanischen Wegschnecke zu tun habt, bringt diese Maßnahme nicht viel, denn Kröten, Igel und Vögel machen einen Bogen um sie. Die 7 bis 14 cm lange Schneckenart sondert nämlich so viel Schleim ab, dass die Nützlinge daran ersticken würden. Knapp 90 Prozent der Fraßschäden in Gärten stammen von der Spanischen Wegschnecke. Ihre Körperfarbe ist sehr variabel und reicht von braun über rotbraun, rot, orange, grau und grüngrau bis schwärzlich.

    Neben der gefräßigen Spanischen Wegschnecke verursachen die kleinen, unscheinbaren graubraunen Ackerschnecken und die Roten Wegschnecken die größten Schäden. Letztere sehen der Spanischen Wegschnecke täuschend ähnlich.

    Tigerschnegel nicht bekämpfen!

    Einen natürlichen Feind hat die Spanische Wegschnecke doch: den Tigerschnegel, eine 10 bis 20 Zentimeter lange Nacktschnecke aus der Familie der Schnegel. Dieser Nützling vertilgt nicht nur verwesende Pflanzenteile und tote Tiere, sondern auch die Eier der Spanischen Wegschnecke. Tigerschnegel sollten also auf keinen Fall bekämpft werden.

    Unter seinen Schneckenkollegen sticht er mit seinem auffälligen Aussehen hervor. Auf hellbeigem Grund weist seine Haut dunkle Flecken und Bänder im Tigermuster auf. Er ist ein gern gesehener Bewohner des Komposthaufens, wo er seine bevorzugte Nahrung in Form von Pflanzenresten findet. An frischem Grün labt er sich jedoch kaum, was ihn zu einem Freund und Helfer im Garten macht.

    Bewährte Tipps gegen Nacktschneckenplagen

    Um gefährdete Pflanzen herum solltet ihr den Boden möglichst offen halten und nicht oder nur sehr dünn mulchen, damit der Boden abtrocknen kann. Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit – Trockenheit ist deshalb ihr größter Feind. Ein probates Mittel ist es auch, rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk zu streuen. Schnecken meiden raue Oberflächen und der Kalk verätzt ihre Sohle. Bei Regen ist diese Methode aber nur bedingt wirksam oder muss häufig wiederholt werden.

    Sehr wirksam, weil schnecken-, aber nicht umweltgiftig, ist auch der Einsatz von Kaffee und Kaffeesatz. Im Fachhandel gibt es zudem sogenannte Schneckenzäune zu kaufen, die von den Tieren nicht überklettert werden können.

    Bei starkem Befall ist ein regelmäßiges Absammeln der Tiere sinnvoll. Orte, an denen sich Schnecken gerne verstecken, sind Laubhaufen, Grasschnitt und Totholz. Überall, wo es feucht und dunkel ist, fühlen sie sich wohl. Wer die Verstecke kennt, spart sich langes Herumsuchen im Garten.

    Um mit einem Schlag gleich einen Haufen Schnecken absammeln zu können, hat sich die Salatfalle bewährt: Wenn ihr abends einzelne Salatblätter unter hohl liegenden Brettern oder Ähnlichem versteckt, versammeln sich die Schnecken hier, um sich an der Salatbar zu bedienen. Am nächsten Tag könnt ihr sie dann ganz leicht absammeln.

    Vorsorge gegen Schnecken im Garten

    Im Herbst solltet ihr schon Vorsorge für das nächste Jahr treffen, denn die Schnecken sorgen im Spätsommer und Herbst für ihren Nachwuchs. Jede Schnecke legt bis zu 400 Eier. Die Gelege sollten deshalb aufgespürt und die Eier entfernt werden. Für die Eiablage bevorzugen Schnecken bestimmte Plätze: Unter Pflanzkübeln, in Ritzen und Spalten im Gartenboden, in Erdlöchern oder auch am Wegesrand unter lockeren Steinen.

    Die milchig-weißen Eier könnt ihr im Müll entsorgen. Wer will, kann sie aber auch einfach freilegen. Dann vertrocknen sie in der Sonne oder werden von Vögeln aufgepickt. Nach einigen Tagen lohnt sich ein erneuter Blick in die Verstecke, weil Schnecken gern an ihren Lieblingsstellen mehrmals Eier ablegen.

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    Vegane Soßen und Gerichte – 3 leckere Rezeptideen

    2. Juni 2018

    Ihr würdet euch gern etwas veganer ernähren, euch fehlen aber Ideen für richtig leckere Soßen zu Nudeln, Kartoffeln, Reis und Co.? Ihr werdet erstaunt sein, wie einfach und schmackhaft es geht.

    Ich habe euch drei meiner Lieblingsrezepte rausgesucht, die sich auch beliebig abwandeln lassen:

    Spaghetti mit scharfer Paprika-Tomatensoße

    Wenn ich nicht weiß, was ich kochen soll und keine Zeit habe, stundenlang in der Küche zu stehen, ist dieses Rezept eins meiner Favoriten. Die Zutaten habe ich eigentlich immer vorrätig, weil man damit alles Mögliche schnell zubereiten kann. Das einzige, was man ggf. frisch besorgen muss, ist die Paprika. Mein Tipp also an dieser Stelle: Habt die folgenden Zutaten einfach immer auf Lager (Chilischoten und Basilikum kann man auch getrocknet kaufen).

    • 500 g Spaghetti
    • 200 g Paprika
    • 2 Knoblauchzehen
    • 1 Zwiebel
    • 2 Dosen gewürfelte Tomaten
    • 1 EL Basilikum
    • 1 EL Öl
    • 1-2 Chilischoten
    • 2 EL Tomatenmark
    • Salz, Pfeffer


    Zubereitung:

    Spaghetti in Salzwasser bissfest garen. Paprika waschen und in Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und würfeln. Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Paprika darin anschwitzen. Tomaten zugeben und ca. 5 Minuten kochen lassen. Chilischoten klein schneiden und mit dem Tomatenmark zur Sauce geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Schluss noch das Basilikum zugeben – fertig!

    Pak Choi-Linsen-Curry

    Zurzeit ist Pak Choi regional verfügbar, daher habe ich dieses leckere vegane Curry-Gericht mit auf die Favoritenliste gesetzt. Die Zubereitung gelingt im Handumdrehen und ich empfehle auch hier, die Zutaten einfach immer vorrätig zu haben, da man sie für so viele Gerichte verwenden kann. Wenn ihr frischen Ingwer nehmt, könnt ihr ihn einfach im Topf mit andünsten. Ingwerpulver nutzt ihr am besten zum Abschmecken am Ende.

    • Basmatireis
    • 500 g Pak Choi
    • 200 g rote Linsen
    • 2 Zwiebeln
    • 1 Knoblauchzehe
    • 2 EL Sesam
    • 2 EL Öl
    • 1 Dose Kokosmilch
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 2 EL Zitronensaft
    • Ingwer
    • Kurkuma
    • Currypulver
    • Salz, Pfeffer


    Zubereitung:

    Pak Choi waschen, die Stiele würfeln und Blätter in Streifen schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln. Linsen in ein Sieb geben und mit Wasser abbrausen. Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln, Knoblauch, ggf. frischen, kleingeschnittenen Ingwer sowie Pak-Choi-Stiele darin anschwitzen. Sesam, etwas Kurkuma und 1 TL Currypulver dazugeben und ebenfalls anschwitzen. Pak-Choi-Blätter und Linsen zugeben, andünsten und mit Brühe und Kokosmilch angießen. Bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, ggf. Ingwerpulver und Zitronensaft abschmecken. Dazu passt Basmatireis.

    Wirsing-Zwiebel-Pfanne

    Auch Wirsing hat wieder Saison und es gibt unendlich viele leckere Gerichte mit der aromatischen Kohlsorte. Eins meiner Lieblingsrezepte besteht aus einer veganen Soße mit Zwiebeln und Senfkörnern, welche super zu Bratkartoffeln oder Kartoffelpüree passt. Und das braucht ihr dafür:

    • 1 Wirsing
    • 2 Zwiebeln
    • 2 EL vegane Butter oder Öl
    • 100 ml Gemüsebrühe
    • 2 TL Senfkörner
    • Handvoll Walnusskerne
    • Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle


    Zubereitung:

    Vom Wirsing die äußeren Blätter entfernen, dann den Wirsing längs vierteln, den Strunk keilförmig ausschneiden und ebenfalls entfernen. Die Blätter quer in feine Streifen schneiden, in ein Sieb geben und kurz mit kaltem Wasser abbrausen. Die Zwiebeln schälen, längs halbieren und längs in dünne Spalten schneiden. Vegane Butter oder Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin goldbraun braten, Wirsing dazugeben und kurz andünsten. Gemüsebrühe zufügen, Senfkörner einrühren und zugedeckt 15 bis 20 Minuten dünsten. In der Zwischenzeit die Walnusskerne grob hacken und ohne Fett in einer Pfanne rösten. Den Wirsing mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Walnusskerne zugeben. Dazu passen Bratkartoffeln oder Kartoffelpüree.

    Lasst es euch (vegan) schmecken!

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    Mulch – Schutz für Gartenböden und Balkonpflanzen

    24. April 2018

    Egal ob Gemüsebeet, Staudenpflanzung, Hochbeet oder Balkonkübel – eine Mulchschicht hilft, den Boden vor Austrocknung, Windverwehung und Auswaschung zu schützen. Was in der Natur ganz von alleine passiert, muss im Beet gesteuert werden.

    Beim Begriff „Mulch“ denken viele zuerst an Rindenmulch, den es im Baumarkt und Gartencenter zu kaufen gibt. Mulchen ist aber weit mehr, der Begriff wurde schon vor vielen Jahren im Gartenbau geprägt. Beim Mulchen geht es um nichts anderes als den Boden abzudecken. Dazu werden überwiegend organische Materialien verwendet, die alle das gleiche Ziel haben: den Boden feucht zu halten.

    Warum ist Mulch gut?

    Diese Methode lebt uns die Natur bereits seit langer Zeit erfolgreich vor. Wälder haben beispielsweise immer eine dicke Schicht aus Laub und Pflanzen zu ihren Füßen und erhalten so einen humusreichen Boden. Für unsere Gärten können wir uns dabei einiges abschauen.

    Eine Mulchdecke schützt offenen Boden vor Erosion, Austrocknung, Hitze und Kälte und bringt Nährstoffe ein. Zudem ist Mulch eine sinnvolle Möglichkeit, Gartenabfälle zu nutzen: Rasenschnitt, Stroh, Laub, Gemüsereste und andere Überbleibsel sind dafür gut geeignet. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die Mulchschicht verhindert zu starkes Unkrautwachstum im Garten, was eine enorme Arbeitserleichterung sein kann.

    Verschiedene Wirkungen von Mulch

    Mulch hält einen leichten, sandigen Boden zusammen, versorgt ihn mit Nährstoffen und hält die Feuchtigkeit. Ein lehmiger Boden hingegen wird eher gelockert, weil Regenwürmer gefördert werden. Sie holen sich die Mulchauflage in ihre meterlangen Gänge und versorgen den Boden so mit gröberem Material und Sauerstoff.

    Mulch kann im Gemüsegarten, aber auch im Ziergarten eingesetzt werden. Jedes Mulchmaterial hat dabei verschiedene Vor- und Nachteile und sollte zum Boden und der Bepflanzung passen.

    Denn nicht jeder Mulch ist auch für jedes Beet geeignet. Im folgenden Abschnitt erfahrt ihr, wo man am besten welchen Mulch einsetzt.

    Welcher Mulch für welches Beet?

    Rindenmulch: Entzieht dem Boden Stickstoff und enthält zudem viele Gerbsäuren. Dies schränkt das Pflanzenwachstum ein. Aufgrund möglicher Schwermetall- und Pestizidrückstände solltet ihr vor allem im Nutzgarten auf Rindenmulch verzichten. Kommt der Rindenmulch aus nachhaltiger Waldwirtschaft, ist er aber die richtige Wahl für Wege und für Pflanzen, die sauren Boden brauchen.

    Rasenschnitt: Ebenfalls alle Blumenbeete, aber auch Gemüse- und Kräuterbeete freuen sich über Rasenschnitt. Er ist auch geeignet für Erdbeerbeete, aber erst nach der Ernte. Achtung: Rasenschnitt sollte trocken sein.

    Stroh: Ist besonders gut für Gemüsebeete, zwischen Erdbeeren und auch im Kräuterbeet nutzbar. Das Stroh muss gut ausgedroschen sein, damit im nächsten Frühjahr kein Getreide im Garten wächst.

    Laub: Bietet unter Bäumen, Sträuchern und Stauden eine hervorragende Schutzschicht. Gilt gleichzeitig als Humusspender, wenn sich die Blätter nach und nach zersetzen.

    Holzschnitzel: Wird vor allem unter Sträuchern und Bäumen mit üppigen Wurzeln eingesetzt. Nicht geeignet für Jungpflanzen, da die Holzschnitzel den Pflanzenwuchs unterdrücken.

    Häckselgut aus Strauchschnitt: Hier dauert die Zersetzung etwas länger, daher sehr gut für Gehölze, Hecken und Beerensträucher geeignet.

    Sand, Kies, und Ziegelsplitt: Gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben. Da das mineralische Material nicht zersetzt wird, hat es eine hohe Lebensdauer. Es ist nährstoffarm, was vor allem für Steppenbeete und Pflanzen, die magere Bedingungen brauchen, Vorteile bringt und kann auch auf Wegen eingesetzt werden.

    Tipps und Tricks

    Als Faustregel hat sich eine Mulchschicht von etwa drei Zentimetern bewährt. Alle Mulchmaterialien dürfen nur auf einen lockeren Boden aufgetragen werden. Sind durch Bodenverdichtung viele Luftporen zerstört, bremst die Mulchdecke zusätzlich die Wasserverdunstung, was sich hemmend auf das Pflanzenwachstum auswirken kann.

    Grünes, saftiges Material sollte man vorher antrocknen lassen und dann dünn auftragen, da sich sonst Schnecken ausbreiten können. Im Gemüsegarten kann man gut mit essbaren Untersaaten wie Spinat oder Feldsalat arbeiten. Im Ziergarten können leerstehende Flächen mit Polsterstauden begrünt werden.

    Auf brachliegenden Flächen wie abgeernteten Beeten, zwischengelagertem Erdaushub etc. könnt ihr auch Gründüngung einsetzen. Unter Gründüngung versteht man die Bedeckung des Bodens mit lebenden Pflanzen. Lupine, diverse Kleearten, Vogerlsalat, Spinat und Phazelie sind einige Beispiele dafür. Sie lockern den Boden, schützen ihn und die Einjährigen unter ihnen können nach dem Abfrieren in den Boden eingearbeitet werden.

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    Saatgut, Blumen, Kräuter – die richtigen Pflanzen für Bienen

    5. April 2018

    Bienen sind die Grundlage unserer Ernährung und unverzichtbar für die Ökosysteme. Ihre weltweite Bestäubungsleistung wird auf 200 bis 500 Milliarden Euro geschätzt, zwei Drittel unserer Nahrungspflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Aber auch die Bestäubung von Wildpflanzen ist wichtig, denn diese sind die Grundlage für viele Insekten, Vögel und Säugetiere.

    Leider hat der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft dramatische Auswirkungen auf die Wildbienen. In Europa ist mittlerweile fast jede zehnte Wildbienenart vom Aussterben bedroht. Und nicht nur die Arten werden weniger, auch die Populationen schrumpfen.

    Wie kann ich helfen – bienenfreundliche Pflanzen

    Ein bienenfreundlicher Garten oder Balkon zeichnet sich durch ein reichhaltiges Blütenangebot aus. Neben möglichst vielen unterschiedlichen Pflanzenarten solltet ihr darauf achten, dass in eurem Garten oder auf eurem Balkon von Frühling bis Herbst immer etwas für die Bienen zu holen ist. Beachtet am besten diese drei Grundregeln:

    (1) Sortenvielfalt statt Monokultur

    Pflanzt verschiedene heimische Blumen, um den Bienen eine Auswahl an Nahrungsquellen zu bieten. Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und fliegen nur diese auf der Pollen- und Nektarsuche an. Es gilt daher: Je vielfältiger das Pflanzenangebot, desto besser für die Bienen!

    (2) Nahrung das ganze Jahr über

    Indem ihr sowohl früh-, mittel-, als auch spätblühende Arten anpflanzt, sorgt ihr dafür, dass die Bienen das ganze Jahr über Nahrung finden. Beete und Blumenkästen sollten Blumen, Kräuter und Stauden beherbergen, die vom Frühjahr bis in den späten Herbst blühen, denn gerade später im Jahr haben Bienen oft Schwierigkeiten, Nahrung zu finden.

    (3) Ungefüllte Blumen pflanzen

    Nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten stillen den Hunger unserer Bienen. Gefüllte Blumensorten, wie z.B. Geranien, gezüchtete Dahlien oder Garten-Chrysanthemen, sind zwar dekorativ und versprechen durch ihren Duft leckeren Nektar und Pollen, bieten aber in der Tat keine oder nur wenig Nahrung für die Bienen.

    Bienenweiden, Kräuterparadiese und Bienenhotels

    Als Bienenweide bezeichnet man Pflanzen, die besonders reichhaltig Nektar und Pollen erzeugen und deswegen häufig von Honigbienen angeflogen werden. Verwendet am besten regionale Saatmischungen aus lokalen Beständen (www.nabu.de/saatgut). Wildblumenwiesen sollten nur zweimal im Jahr gemäht werden, nachdem die Pflanzen bereits ausgesamt haben.

    Küchenkräuter wie Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Borretsch Salbei, Schnittlauch und Zitronenmelisse verfeinern nicht nur unsere Mahlzeiten, sondern sind auch für Bienen eine tolle Nahrungsquelle. Um für Bienennahrung zu sorgen, lasst die Kräuter ausblühen.

    Sogenannte Bienenhotels eignen sich als Nisthilfe. Man kann sie fertig kaufen oder auch leicht selber bauen. Wildbienen nisten sich hier gerne ein, wenn in unmittelbarer Nähe blühende Blumen und Kräuter zu finden sind. Ihr könnt aber auch abgeschnittene Markstängel zwischen die Blumen stecken (z.B. vom Holunder) – dürr gewordene Markstängel sind natürliche Nistplätze für Wildbienen und lassen sich platzsparend sogar in einem Blumenkasten integrieren.

    Beispiele für bienenfreundliche Pflanzen

    Blumenbeet: Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, Astern, ungefüllte Dahliensorten

    Bäume und Sträucher: Schlehe, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Weißdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu, ungefüllte Kletterrosen

    Gemüsebeet: Ackerbohnen, Kleearten, Borretsch, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren, Gewürzkräuter

    Balkon: Goldlack, Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen, Küchenkräuter (Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Thymian)

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    Tipps für insektenfreundliche Gärten und Balkone

    12. März 2018

    Weit mehr als die Hälfte aller Tierarten sind Insekten. Millionen an Arten bevölkern unsere Erde. Sie spielen eine unersetzliche Rolle für die Aufrechterhaltung ökologischer Zusammenhänge und das menschliche Wohlergehen. Doch seit Jahrzehnten gehen Insektenarten und ihre Bestände massiv zurück.

    Insekten sind faszinierende Tiere: sie schillern in unterschiedlichsten Farben, nehmen die skurrilsten Formen an und sind in fast allen Lebensräumen der Erde zu finden. So vielfältig wie die Welt der Insekten ist, so wenig können wir auf sie verzichten. Das Funktionieren fast aller Ökosysteme hängt von ihnen ab. Damit sind sie für Mensch und Natur unersetzliche Lebewesen:

    Nahrung: Insekten bilden die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl weiterer Tierklassen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien und Reptilien.

    Bestäubung: Insekten zählen zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern. Durch das Sammeln von Nektar und Pollen sorgen sie für den Fortbestand der Pflanzenwelt und stellen einen Großteil unserer Ernährung sicher.

    Verwertung: Insekten spielen eine wichtige Rolle bei der Remineralisierung organischer Stoffe wie Pflanzenresten und Tierleichen im Boden, in der Bodenstreu oder im Totholz.

    Regulation: Insekten sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft. Im Bio-Anbau, wo auf Pestizide weitestgehend verzichtet wird, ist die Förderung von Nützlingen gar ein elementarer Bestandteil der Produktion, da durch sie die Ausbreitung schädlicher Insekten eingedämmt wird.

    Dramatischer Insektenrückgang

    Doch Insekten sind weltweit in einem alarmierenden Zustand. Die Bestände gehen zurück, die Vielfalt schwindet, Arten sterben aus. In Deutschland sind – einer Auswertung aktueller Roter Listen zufolge – bereits über 41 Prozent der Schmetterlinge ausgestorben oder bestandsgefährdet.

    Bei Wildbienen sind heute deutschlandweit mehr als die Hälfte der 561 Arten in ihrem Bestand bedroht, mit steigender Tendenz. Nicht nur die Zahl der Arten, sondern auch die der Individuen befindet sich in einem dramatischen Sinkflug. In anderen Ländern Europas sieht die Situation nicht besser aus.

    Auch wenn es für das Insektensterben mehrere Gründe gibt, steht eines fest: Die in den 1950er Jahren eingeführte und stetig intensivierte industrielle Landwirtschaft ist einer der Haupttreiber dieser beunruhigenden Entwicklung. Sie bringt den Einsatz von Pestiziden, Überdüngung und Monokulturen mit sich.

    Hilfe für die kleinen Helfer: So lockt ihr Insekten in den Garten

    Die gute Nachricht ist, wir können alle etwas gegen das große Sterben unternehmen. Die Faustregel lautet dabei: naturnahe Vielfalt. Das heißt, verzichtet beim Gärtnern auf chemische Bekämpfungsmittel und setzt auf viele verschiedene Arten von Pflanzen.

    Pflanzen für jeden Geschmack: Kornblume, Wiesensalbei und Nickendes Leimkraut – mit der richtigen Pflanzenauswahl können wir Insekten in unsere Gärten locken. Viele der Arten bieten nicht nur Hummeln und Schmetterlingen Nahrung, sondern machen sich auch auf unseren Tellern gut.

    Steinhaufen oder Trockenmauer anlegen: Sie können vielfältig gestaltet werden, sehen hübsch aus und geben verschiedenen Insekten einen Lebensraum.

    Lehm und Sand für Insekten: Feuchter Lehm ist eines der wichtigsten Materialien zum Nestbau der Tiere. Wer Insekten helfen möchte, kann dies ganz einfach mit der Anlage einer offenen Bodenfläche tun. Lehm, Ton oder Löss besorgen, im Garten ein passendes Plätzchen suchen und diesen dort anbringen.

    Miniteich anlegen: Meist ist für eine ausgiebige Teichlandschaft im Garten kein Platz. Eine gute Alternative ist der Miniteich. Er ist eine gern genutzte Wasserquelle für Insekten und Vögel und bietet gerade an heißen Tagen den so dringend benötigten Hitzeausgleich.

    Totholz steckt voller Leben: Totholz zählt zu den lebendigsten Lebensräumen unserer Natur. Viele Insekten, die auch in unseren Gärten vorkommen, profitieren davon. Lasst Raum für alte Baumstämme, Totholzhecken, Stängel oder Laubhaufen!

    Quelle: NABU

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    Plastikmüll vermeiden mit Bio-Verpackungen?

    19. Februar 2018

    Verpackungsmüll ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Während die Zero-Waste-Bewegung darauf setzt, Plastikmüll ganz zu vermeiden, testen andere Pioniere Verfahren mit wiederverwendbaren Verpackungen (etwa Frischhaltedosen) oder Bio-Verpackungen.

    Eine Lösung mit ganzheitlichem Anspruch hat das Unternehmen Bio-Lutions entwickelt. Es stellt Einweggeschirr und Verpackungen aus Agrarresten her – kostengünstig und ressourcenschonend. Die Produkte sind vollständig kompostierbar. Gleichzeitig unterstützt Bio-Lutions lokale Kleinbauern am Produktionsstandort Bangalore in Indien.

    2017 war für die Firma ein entscheidendes Jahr. Nach fünf Jahren Entwicklung ging das Verpackungsmaterial aus Agrarabfällen in Serienproduktion. „Noch stellen wir in unserer indischen Pilot-Produktionsanlage nur 600 Kilo pro Monat her“, erklärt CEO Eduardo Gordillo in einem Interview mit der KfW-Bank. „Ab April 2018, wenn die Fabrik ausgebaut ist, sind es sechs Tonnen pro Tag.“

    Umweltfreundliche Verpackungen aus natürlichen Materialien

    Bio-Lutions ersetzt herkömmliche Verpackungsmaterialien mit natürlichen Fasern aus Kokosnüssen, Ananassträuchern, Reis- und Weizenstroh. Aber auch Sägespäne und Baumwollabfälle nutzt das Unternehmen für seine umweltfreundlichen Verpackungen. Verwendet werden ausschließlich Reste aus der Landwirtschaft, die weder als Futtermittel, Biotreibstoff, noch anderweitig Verwertung gefunden haben.

    „Unser Verfahren kann überall auf der Welt zum Einsatz kommen. Es ist egal, ob das Ausgangsmaterial aus Reisstroh, Bananenstämmen oder Tomatenpflanzen besteht“, so Gordillo. Die Bio-Verpackungen können CO₂-neutral verbrannt oder, wenn sie zu Bio-Lutions zurückkommen, auch recycelt werden.

    Patentiertes Verfahren zur Erstellung von Bio-Verpackungen

    Und so funktioniert das Ganze: Eduardo Gordillos patentiertes Upcycling-Verfahren verwandelt die gereinigten Agrarabfälle in mikrofeine Fasern. Die Oberfläche der Fasern ist so angeraut, dass sie aneinander haften bleiben, wenn man Wasser hinzugibt. Den Faserbrei kann man in beliebige Formen pressen und trocknen. Außer den getrockneten Pflanzenresten und Wasser werden keinerlei weitere Zusatzstoffe verwendet.

    Die Basis-Verpackungen können für alles Trockene benutzt werden – von Pasta bis Elektronikgeräte. Für Produkte, die eine wasserundurchlässige Oberfläche brauchen, gibt es auch eine mit Bio-Plastik laminierte Version. Die Verpackungen sind unter natürlichen Witterungsumständen kompostierbar und haben einen minimalen Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion und beim Kompostieren.

    Unterstützung der lokalen Bevölkerung

    Die erste Bio-Lutions-Fabrik entstand mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Entwicklungs- und Investitionsgesellschaft in Bangalore. Langfristig soll die Produktion ausschließlich dezentral stattfinden. Das heißt dort, wo die Agrarabfälle anfallen, sollen sie direkt verwertet werden, um lange Transportwege zu vermeiden.

    Vor allem in Ländern wie Indien werden dringend Lösungen zur Vermeidung von Plastikmüll benötigt. Das Müllabfuhrsystem funktioniert dort nicht gut bis gar nicht, auf der Straße liegt viel Müll, das meiste davon ist Plastik. Inzwischen haben einige Bundesstaaten Einweg-Plastik komplett verboten. Bio-Lutions war auch der soziale Aspekt am Produktionsstandort wichtig: Viele Bauern in Indien können mit ihrem Einkommen die Familie nicht ernähren. Durch den Verkauf der bisher ungenutzten Agrarabfälle an Bio-Lutions soll sich ihre Lebenssituation verbessern.

    Awards für nachhaltige und innovative Verpackung

    Bio-Lutions wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen beehrt, unter anderem dem Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Nachhaltigkeit sowie dem Verpackungspreis in Gold. Dieser wird verliehen für „Innovationen, die auf besondere Weise Trends setzen, wichtige Antworten finden oder als Pionier einen komplett neuen Weg beschreiten“ (Deutsches Verpackungsinstitut).

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    Biologische Vielfalt auch beim Saatgut

    28. Januar 2018

    Die Begriffe „Biologische Vielfalt“ oder „Biodiversität“ kennen wir. Aber inwiefern haben sie etwas mit unserem Saatgut, mit großen Konzernen, Patenten und der solidarischen Landwirtschaft zu tun? Um die Zusammenhänge besser verstehen zu können, müssen wir einen Zeitsprung machen.

    Vor rund 12.000 Jahren begann die Geschichte unserer Kulturpflanzen. Damals wurden unsere Vorfahren sesshaft und fingen an, sich mit Landwirtschaft zu befassen. Aus Wildpflanzen entwickelten Bauern über Jahrtausende hinweg Kulturpflanzen. Sie verbesserten ihr Saatgut, indem sie die am besten angepassten Pflanzen weitervermehrten und mit ihren Nachbarn tauschten.

    Biodiversität ist lebenswichtig für den Menschen

    Die Erfahrung und das Wissen, das im Saatgut unserer Kulturpflanzen gespeichert ist, haben einen unschätzbaren Wert. Die Vielfalt, die sich aus der gemeinsamen Arbeit der Bauern entwickelt hat, ist auch heute noch wichtig für den Fortbestand der Menschheit. In Zeiten von Klimawandel, schwindenden Anbauflächen und Bevölkerungswachstum brauchen wir eine möglichst große biologische Vielfalt.

    Warum? Weil sie eine wichtige Lebensgrundlage für den Menschen ist. Sie sorgt für eine intakte Natur, die uns wiederum eine große Bandbreite an Gütern und Dienstleitungen zur Verfügung stellt. Es ist für uns selbstverständlich, täglich auf diese Dienstleistungen der Natur und damit der Biodiversität zurückzugreifen: saubere Luft und sauberes Wasser, bestäubende Insekten, Kohlenstoff-Speicherung in Wäldern, Mooren, Böden und Meeren sowie natürlicher Hochwasserschutz.

    Zugang zum Saatgut verloren

    Heute haben wir den Zugang zum Saatgut und auch zum Wissen über unsere Kulturpflanzen weitgehend verloren. Saatgut ist inzwischen privates Eigentum von einigen internationalen Konzernen geworden, die neben dem Saatgut auch die maßgeschneiderten Pflanzenschutzmittel verkaufen. Die Züchtung findet zunehmend im Labor statt. Neue Züchtungstechniken haben die klassische Selektion verdrängt.

    In den 1980er-Jahren begann das Gentechnik-Zeitalter in der Pflanzenzüchtung. Es gab zunehmend Patente auf (gentechnische) Züchtungsverfahren oder auf das Produkt der Züchtung selbst – die Sorte. Das Europäische Patentamt hat in den letzten Jahren sogar Patente auf Pflanzen erteilt, die konventionell gezüchtet worden waren, also ohne gentechnische Verfahren. Dagegen wehrten sich viele Menschen und Organisationen.

    Verarmung der Züchtungslandschaft durch Übernahmen

    Unternehmen, die im Gentechnik-Zeitalter der Pflanzenzüchtung eine führende Rolle spielen wollten, mussten viel Geld investieren und ihr Unternehmenswachstum vorantreiben. So kam es zu immer mehr Übernahmen: In den letzten Jahrzehnten schluckten große Konzerne mittelständische Züchterhäuser, was zu einer drastischen Verarmung der Züchtungslandschaft führte. Aber auch gegenseitige Übernahmen der ganz großen Unternehmen wie der Zusammenschluss von Bayer und Monsanto beunruhigt viele angesichts der voranschreitenden Privatisierung des Saatguts durch Patente.

    Die Gefahr ist, dass das Wachstum und der Wettbewerb dieser Konzerne untereinander nicht zu mehr Arten- und Sortenvielfalt in der Landwirtschaft führen, sondern dazu, dass die Unternehmen versuchen, mit weniger Arten einen möglichst großen Profit zu erzielen. Doch überall auf der Welt haben Menschen erkannt, wie wichtig das Saatgut für die Zukunft der Menschheit ist. Und sie sind aktiv geworden – etwa mit dem „March against Monsanto“ oder der seit 2010 jährlich stattfindenden „Wir haben es satt!“-Demo. Diese setzt sich für gesundes Essen, eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft und fairen Handel ein und rückt auch das Thema Saatgut immer wieder in den Fokus.

    Boom der Solidarischen Landwirtschaft

    Die politische Einflussnahme ist wichtig, aber vielen noch nicht genug. Der Wunsch, die Kontrolle über die Herstellung von Nahrungsmitteln zurückzugewinnen, hat zu einem Boom der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) geführt. Dabei tragen mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Das macht die Landwirte wieder frei vom Druck der Lebensmittelhandelsketten einerseits und der Chemie- und Saatgutkonzerne andererseits. Mehr Infos zum Solawi-Netzwerk erhaltet ihr unter www.solidarische-landwirtschaft.org.

    Wer zuhause selbst aussäen will, der besucht am besten im Frühjahr eine der regionalen Saatgutbörsen. Da finden Gärtner ein großes Angebot an Saatgut wohlschmeckender alter und neuer Sorten. Ich wünsche also jetzt schon mal: Viel Spaß in der kommenden Gartensaison!

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    Mandarinen oder Clementinen – was ist der Unterschied?

    15. Januar 2018

    Die kalte Jahreszeit hat so ihre Höhen und Tiefen. Meist ist es hierzulande grau und trist. Und eben kalt. Das muss man dann gefühlt ein halbes Jahr aushalten. Aber es gibt auch schöne Seiten wie Plätzchen backen, gemütlich Tee trinken, Schneelandschaften – und der Geruch von Orangen und Mandarinen.

    Beim Kauf von diesen winterlichen Zitrusfrüchten habe ich mich schon oft gefragt, was eigentlich der Unterschied zwischen Mandarinen und Clementinen ist. Sie werden oft als Synonym benutzt, aber als ich genauer recherchiert habe, bin ich auf einige Unterschiede gestoßen. Diese will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

    Kaufen wir Mandarinen oder Clementinen?

    Seitens der EU wird alles als Mandarine klassifiziert, auch wenn es eigentlich eine Clementine oder eine Satsuma ist. Der Handel hingegen deklariert alles als Clementinen. Biologisch gesehen gibt es definitiv einen Unterschied: Die Clementine ist aus einer Kreuzung zwischen Mandarine und Pomeranze entstanden und erst etwa vor 100 Jahren von einem Herrn Clement aus Algerien gezüchtet worden. Die Geschichte der Mandarine hingegen reicht bereits mindestens 3000 Jahre in die Vergangenheit.

    Äußerliche Unterschiede

    Die beiden Zitrusfrüchte sehen auf den ersten Blick gleich aus. Die Unterschiede zwischen Clementinen und Mandarinen erkennt ihr aber, wenn ihr genauer hinschaut:

    Die Clementine hat im Vergleich zur Mandarine fast keine Kerne. Die Mandarine unterteilt sich in der Regel in neun, die Clementine in acht bis zwölf Fruchtsegmente. Die Schale der Mandarine ist nicht so fest mit dem Fruchtfleisch verbunden und daher leichter zu schälen. Die Schale der Clementine dagegen lässt kaum Luft zwischen sich und dem Fruchtfleisch. Dadurch ist sie länger haltbar, aber auch schwerer zu schälen.

    Herkunft, Anbau und Erntezeit

    Mandarinen stammen aus China und werden dort schon seit mehreren Jahrtausenden angebaut. Ihr Name stammt wahrscheinlich von den Mandarins. Das waren hohe Beamte im kaiserlichen China, die eine orangefarbene Amtstracht trugen.

    Heute werden Mandarinen auch in anderen Teilen der Welt angebaut, vor allem in tropischen und subtropischen Zonen. Die Mandarinen und Clementinen, die bei uns in den Handel gelangen, stammen meist aus Spanien, Italien, der Türkei und Israel. Erntezeit der Zitrusfrüchte ist Spätherbst, daher findet ihr sie bei uns zwischen Oktober und Januar.

    Lagerung und Verzehr

    Mandarinen können maximal ein bis zwei Wochen aufbewahrt werden, danach löst sich die Schale vom Fruchtfleisch und die Frucht trocknet langsam aus. Clementinen können an einem kühlen Ort bis zu vier Wochen lagern.

    Egal ob Mandarine, Clementine, Satsuma, Orange oder andere Zitrusfrüchte – vor dem Schälen sollten die Früchte gründlich unter heißem Wasser abgewaschen werden. Im Anbau werden sie nämlich mit Pestiziden gespritzt und diese gelangen beim Schälen über unsere Hände auf die einzelnen Stücke. Deswegen ist es auch wichtig, sich nach dem Schälen möglichst noch mal die Hände zu waschen. Bio-Früchte unterliegen deutlich strengeren Richtlinien und dürfen nicht chemisch behandelt werden.

    Zu guter Letzt sei gesagt: Sowohl Mandarinen als auch Clementinen sind ein leckeres und vitaminreiches Obst für den Winter. Beide versprühen aufgrund feiner Öldrüsen auf der Schale das uns bekannte wunderbar fruchtige Aroma. Das hebt nicht nur die Stimmung an grauen Wintertagen, man kann es auch gut zum Aromatisieren von Backwaren und Getränken nutzen.

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