Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

Bio + fair = mehr?

Bremen Global Championship: 300 Schüler nehmen an umweltpolitischem Turnier teil

2. Juni 2013

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BREMEN. Welchen Weg legt eine Jeanshose zurück und unter welchen Bedingungen wird eigentlich Coltan für unsere Handys abgebaut? Mit diesen Fragen beschäftigten sich elf Klassen aus Bremen beim Global Championship 2013. Das Motto in diesem Jahr: „Bio + fair = mehr?“ Ziel war es, dass sich Jugendliche eine eigene Meinung zu gerechten Produktionsbedingungen bilden konnten.

„Wir wollen nicht, dass die Mädchen und Jungen nachbeten, was wir sagen“, erklärt Christopher Duis vom Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk. „Vielmehr sollen sie sich Gedanken darüber machen, was sie gut und was sie schlecht finden.“ Beim Projektauftakt im März wurde jeder Klasse ein Land zugelost, mit dem sich die Schüler in der Folge unter den Gesichtspunkten Bio und fairer Handel auseinandersetzten.

Die Veranstalter, unter anderen das entwicklungspolitische Netzwerk, Brot für die Welt, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie Unicef schickten Referenten in die Klassen, um den Teilnehmern thematische Anregungen zu geben. „Wir besuchten die Schüler zum Beispiel mit Experten aus Senegal, Kamerun und Brasilien“, so Duis.

Zudem arbeiteten die Jugendlichen in den vergangenen Wochen an einem eigenen Projekt. „Uns war es wichtig, dass die Idee eine Außenwirkung hat, dass sie unter dem Motto „Bio + fair = mehr?“ steht und mit dem jeweiligen Land zu tun hat“, erklärt Duis weiter. Herauskamen etwa eine Schülerzeitung sowie selbstgedrehte Videos.

In dieser Woche versammelten sich die rund 300 Teilnehmer zum abschließenden Fußballturnier im Stadtgarten. Den Wettbewerb trugen die Klassen aber auch an verschiedenen dort aufgebauten Stationen aus. Bewertet wurden dabei Teamgeist, Fairplay, Wissen, Cleverness und Engagement.

So gab es etwa eine Bananen-Station, an der die achten Jahrgänge den Unterschied zwischen einer herkömmlichen und einer Bio-Plantage kennenlernten. An einer Koch-Station halfen die Schüler dem Schulküchenverein, Bioessen für alle zuzubereiten. Außerdem erfuhren sie, wie es ist, nur bei Kerzenschein zu nähen.

„Am meisten hat mir das Fußballspiel gefallen“, erzählt Jannes Krogmann aus der achten Klasse des Gymnasiums Horn. Aber auch die inhaltlichen Aspekte schienen bei ihm und seinen Kameraden einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. „Es war interessant, die Bedingungen in einer Coltan-Mine kennenzulernen“, sagt Mats-Michel Evers. „Mit Hammer und Meißel in eine harte Wand zu schlagen und Säcke voll Steine zu schleppen, ist ganz schön anstrengend.“

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