Johanna Meadows

Johanna Meadows

  • Nachhaltige Kommunikation
  • „Ich lese, schreibe, höre und sehe viele bunte Geschichten in meinem Alltag. Manche pflanze ich hier auf meine Textwiese.“
  • Essbare Wildpflanzen

    23. August 2017

    Sie sprießen aus der Erde, bevölkern unsere liebevoll bepflanzten Beete und unterdrücken die rechtmäßigen Bewohner – Unkräuter sind die Imperialisten des Pflanzenreichs und der Albtraum aller Gärtner. Meine Empfehlung: nicht ärgern lassen, einfach essen!

    Eigentlich doch ein wahres Geschenk: Wir können ernten, ohne gesät zu haben. In manchem Unkraut steckt ein Hausmittel, eine Teepflanze oder ein Wildgemüse. Viele Wildkräuter und Blüten schmecken super als Beilage zu Salaten, Suppen oder Saucen. Oft sind sie sogar vitaminreicher als Gemüse aus dem Supermarkt.

    Wildkräuter – was man wissen sollte

    In Deutschland gibt es über 1500 Unkräuter und Wildkräuter, die man essen kann. Die beste Erntezeit ist der Vormittag, weil die Kräuter morgens am saftigsten sind. Prinzipiell solltet ihr die Pflanzen nicht ausreißen, sondern die Blätter mit einem Messer sanft abschneiden, damit sie nachwachsen können.

    Es ist aber wichtig, dass ihr nur die Kräuter und Unkräuter sammelt, die ihr auch wirklich kennt und zuordnen könnt. Bärlauch wird zum Beispiel immer wieder mit Maiglöckchen verwechselt – und diese sind stark giftig.

    Falls ihr die Kräuter nicht im eigenen Garten schneidet, solltet ihr außerdem darauf achten, sie nicht in der Nähe stark befahrener Straßen zu sammeln. Die besten Kräuter findet ihr auf ungedüngten Wiesen und an Orten, wo wenig Hunde unterwegs sind.

    Welches Unkraut kann man essen?

    Das wahrscheinlich bekannteste Unkraut ist Löwenzahn. Er ist in der Küche vielseitig einsetzbar: Blätter, Blüten und sogar die Wurzel sind essbar. Die weiße Milch, die aus den Stängeln austritt, sollte man allerdings nicht verwenden. Ernten kann man ihn von April bis Oktober und in der Zeit wächst er auch immer wieder nach. Aus der Wurzel kann man übrigens wunderbaren Löwenzahntee machen.
    Der Giersch, auch Geißfuß genannt, ist eines der hartnäckigsten Unkräuter. Egal was man gegen ihn tut – er kommt immer wieder. Viele wollen den Giersch daher in ihrem Garten ausrotten. Aber: Auch Giersch kann man essen. Deshalb sollte man ihn viel eher als robustes und wartungsfreies Dauergemüse betrachten.

    Der Gundermann wächst bevorzugt auf Wiesen und Weiden und ähnlich wie Efeu an Gehölzrändern. Er kann fast das ganze Jahr über geerntet werden, da er selbst unter der Schneedecke frische Blättchen treibt. Als Würzkraut ist er eine Bereicherung in jeder Küche.

    Büschelweise wächst die Vogelmiere auf Äckern und Brachflächen bis in den Oktober hinein. Sie als Unkraut auszurotten ist fast unmöglich. Aber wieso sollte man auch? Der Bärlauch macht sich Anfang März bis Mitte Mai in Gärten und auf Wiesen breit. Er schmeckt ähnlich wie Knoblauch, scharf und herrlich frisch.

    Wegen ihrer hautreizenden Eigenschaften wird die Brennnessel gefürchtet und als unliebsames Unkraut verteufelt. Dabei ist sie so gesund wie es nur geht und ein wahres Wundergewächs: Sie enthält viel Eisen, Kalzium und Vitamin C.

    Gartenschaumkraut, Sauerampfer, Knopfkraut – es gibt noch viele weitere Unkräuter, die ihr ohne Bedenken essen könnt. Um sie genau erkennen und bestimmen zu können, schaut am besten in ein Sachbuch zum Thema Kräuter sammeln. Und dann: guten Appetit!

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