Johanna Meadows

Johanna Meadows

  • Nachhaltige Kommunikation
  • „Ich lese, schreibe, höre und sehe viele bunte Geschichten in meinem Alltag. Manche pflanze ich hier auf meine Textwiese.“
  • SWARM – der etwas andere Snack

    3. März 2017

    Bangkok, 2015. Touristen aus aller Welt drängen sich über die Khao San Road. Unter ihnen auch Christopher und Timo. Ihre Mission: Insekten essen! Sie haben sich in den Kopf gesetzt, Insektenprotein auf den westlichen Speiseplan zu bringen. Immerhin könnten Insekten laut UN ein Mittel gegen die globale Nahrungskrise sein. Der erste Schritt heißt also: Selbstversuch!

    Und dazu eignet sich Südostasien als Hotspot der Insektenindustrie ideal. Für 80 Prozent der Weltbevölkerung stehen Insekten als wertvolle Nährstoffquelle auf dem täglichen Speiseplan. Für uns Westeuropäer unvorstellbar! Grillen, Raupen, Käfer essen? Igitt! Der Gedanke ist nicht nur ungewohnt, sondern auch abstoßend.

    Insekten als Proteinlieferanten

    Dabei sind Insekten ausgezeichnete Protein- und Nährstofflieferanten. Es sind knapp 2.000 essbare Arten bekannt, die sich vor allem in der Zusammensetzung aus Protein, Fett und Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen unterscheiden. Grillen zeichnen sich zum Beispiel durch einen besonders hohen Proteingehalt (70 % in Trockenmasse) aus.

    Auch in punkto Nachhaltigkeit können sich Insekten sehen lassen: Sie benötigen wenig Futter, wenig Land und wenig Wasser und sie verursachen kaum Treibhausgase – im Gegensatz zu unserer westlichen Proteinquelle, dem Vieh. Sie sind also eine ernstzunehmende Alternative zu Molkeprotein. Zum Vergleich: Für ein Kilo Rind werden 25 Kilo Futter benötigt; für ein Kilo Grille braucht man nur 2 Kilo Futter.

    Lebensmittelergänzung: Insektenpulver

    Zurück zu unseren Revolutionären Christopher und Timo. Obwohl sie die Erfahrung machten, dass man sich schnell ans Insektenessen gewöhnen kann, war ihnen gleichzeitig klar, dass die kulturelle Distanz zu Insekten im Westen noch zu groß ist. Zumindest, wenn man die Insekten noch als Ganzes erkennen kann. Deshalb haben sich die beiden darauf konzentriert, Insektenpulver als Lebensmittelzutat auf unseren Markt zu bringen.

    Und so entstand das Konzept von SWARM – ein Insektenriegel. Er soll das hochwertige Protein zu denjenigen bringen, die dessen Vorteile am meisten schätzen: Sportler. Zusammen mit Dani, einer Expertin für Sport und Ernährung, begann das Team mit der Produktentwicklung.

    Aufgrund ihres hohen Proteingehalts und ihrer einfachen Züchtung fiel die Insektenwahl für SWARM auf die Grille. Ihr Protein ist hochwertig, da es alle neun essentiellen Aminosäuren beinhaltet. Diese sind wichtig für den Aufbau und Erhalt der Muskulatur und können nicht vom Körper selbst gebildet werden. Grillen beinhalten zudem viel Vitamin B12.

    SWARM: der Rohkostriegel

    Über einen Kooperationspartner in Thailand wird das Grillenpulver importiert. Der SWARM Proteinriegel wird dann in Europa hergestellt. Es handelt sich dabei um einen Rohkostriegel mit getrockneten Datteln, der sich für die Regeneration nach dem Sport eignet, aber vom SWARM Team auch als Snack empfohlen wird.

    Nachdem nun die Prototypenentwicklung abgeschlossen ist und die Geschmacksrichtungen feststehen, warten die drei Gründer nur noch auf den Startschuss ihrer Crowdfunding-Kampagne. Der Riegel soll dann der Einstieg sein. Wenn die Hemmschwelle in der westlichen Bevölkerung sinkt, kann sich das Team von SWARM auch vorstellen, das pure Insektenpulver und andere Insektenprodukte anzubieten. Warum nicht? Solange es nicht mehr krabbelt und keine Fühler hat…

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