Johanna Meadows

Johanna Meadows

  • Sustainable Communication
  • “I read, write, hear and see many colorful stories in my everyday life. Some of them I plant here in my text garden.”
  • Fair gekocht – eine Woche geht immer

    4. June 2016

    Eine Woche Erholung für die Umwelt, das verspricht das Kochbuch Fairfood von der Bloggergemeinde wir-essen-gesund.de. Denn wer dem einwöchigen Essensplan folgt, spart CO2, Wasser und Ackerfläche. Klingt interessant...

    Vor drei Jahren begannen Daniel und Tobias Beuschel sowie Daniel Strußenberg über gesunde Ernährung, Bewegung und Umweltschutz zu bloggen. Mit dem Kochbuch gehen sie jetzt noch einen Schritt weiter. Fairfood soll ein Bauplan sein, mit Hilfe dessen man die vielen bereits bestehenden Bausteine zusammenfügen kann. Oder um es mit ihren eigenen Worten zu sagen:

    „Zahlreiche Studien und unsere eigene Erfahrung durch unseren Blog beweisen, dass viele Menschen nur zu gerne ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten. Dabei wären sie bereit bei ihrer Ernährung auf ihren individuellen ökologischen Fußabdruck zu achten. Allein aber das Wissen um die praktische Umsetzbarkeit fehlt.“

    Kochen ohne Reste

    Die Rezepte, die man in der Anleitung findet, sind einfach und schnell gekocht. Sie eignen sich für Zuhause und für den Arbeitsplatz. Wichtig ist den Machern, dass man den einwöchigen Ernährungsplan, der für jeden Tag der Woche Frühstück, Mittag und Abendbrot festlegt, wirklich einmal konsequent durchführt. Denn die Zutaten für die einzelnen Mahlzeiten sind so aufeinander aufgebaut, dass keine Reste im Müll landen. Zusätzlich gibt es eine Einkaufsliste für die ganze Woche, sodass unnötige Einkaufswege vermieden werden.

    Warum „fair“?

    Anders als früher würden die meisten Menschen den Weg vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt nicht mehr mitverfolgen können, heißt es im Fairfood-Kochbuch. So würden wir zwangsläufig die Kenntnis über die Entstehungsprozesse unsere Lebensmittel verlieren. Für die Blogger heißt „fair“ vor allem, dass die verwendeten Produkte regional, frisch und pflanzlich sind. Der Plan bietet aber neben Rezepten, die diese drei Kriterien erfüllen, auch viele interessante Hintergrundinfos.

    So könnten beispielsweise 1,7 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid gespart werden, wenn jeder Deutsche sich nur eine einzige Woche fair ernähren würde. Das entspricht der CO2-Menge, die ein Auto ausstößt, wenn es 350.000 Mal um die Erde fährt! Und wir bräuchten etwa 1,6 Milliarden Quadratmeter Ackerfläche weniger, was der Fläche von Berlin und Hamburg zusammen entspricht.

    Kostenloser Download

    Ziel ist es also, das Kochbuch und die dahinter stehende Idee so gut es geht zu verbreiten, damit der positive Impact auf die Umwelt möglichst groß ist. Dafür haben sich die Blogger ein Konzept überlegt. Jeder kann Fairfood kostenlos auf ihrer Website herunterladen. Das PDF ist darüber hinaus interaktiv gestaltet: Einzelne Rezepte, Grafiken und Tabellen lassen sich aus dem Dokument heraus auf Facebook teilen oder per Mail verschicken.

    Wenn alle Menschen, die den Plan bisher heruntergeladen haben, ihn auch befolgt und jedes Gericht nachgekocht haben, wurden mit Fairfood bereits über 150 Tonnen CO2, rund 150.000 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche und an die 900.000 Hektoliter Wasser gespart. Das rechnet mir zumindest die Fairfood-Internetseite aus, Stand Anfang Juni. Wenn das mal nicht motiviert, oder? Eine Woche geht doch immer.

    
        
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    Urban Farming – im Kreislauf gedacht

    17. May 2016

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    So frisch wie aus Omas Schrebergarten: Die ECF Farm produziert Fisch und Gemüse in Berlin-Schöneberg. Näher am Verbraucher geht es kaum.

    Landwirtschaft mitten in der Stadt? Im Kleinen ist uns das Modell als Urban Gardening schon bekannt. Doch da geht es mehr um das städtisches Gärtnern, die Begrünung von Brachflächen und Bepflanzung von noch so kleinen Beeten am Straßenrand. In den Gemeinschaftsgärten wird natürlich auch Gemüse angebaut und meist für den Eigenbedarf geerntet.

    Das Konzept des Urban Farming geht jedoch weiter. In vielen Ländern leben bereits mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Um diese mit frischen Lebensmitteln zu versorgen ohne lange Transportwege und Kühlketten in Kauf nehmen zu müssen, haben sich einige Startups gedacht: Produzieren wir doch Gemüse und Fisch im großen Stil direkt in der Stadt, in unmittelbarer Nähe zum Verbraucher.

    Frisch aus der Hauptstadt

    Beispiele dieser sogenannten Aquaponik-Farms sind Green Acre Aquaponics in den USA und hierzulande das Jungunternehmen ECF in Berlin. Das ECF-Team kombiniert die Zucht von Buntbarschen mit Gemüseanbau aus einem einfachen Grund: Das nährstoffreiche Wasser aus der Fischzucht eignet sich hervorragend als umweltfreundlicher Dünger für die Gewächshäuser. „Wir sehen in dieser Art von Farmsystem in der Stadt viel Potenzial“, sagt ECF-Geschäftsführer Nicolas Leschke. „Es spart Wasser, CO2 und Transportwege. Die Lebensmittel werden nachhaltig produziert und kommen wirklich frisch beim Konsumenten an.“

    Wer die Produkte etwa am ECF-Stand in der Markthalle Neun in Kreuzberg kauft, kann sich sicher sein, dass weder Gentechnik noch Antibiotika oder Pestizide bei der Herstellung im Spiel waren. Der Fisch stammt nicht aus überfischten Weltmeeren, er wird handgefangen, handverarbeitet und handverpackt. Mittlerweile hat der „Hauptstadtbarsch“ Einzug in viele Supermarktfilialen in Berlin erhalten. Saisonales Gemüse und Kräuter werden auch an Gastronomie-Betriebe geliefert.

    So funktioniert‘s

    Aquaponik setzt sich zusammen aus Aquakultur, also der Fischaufzucht in einer Kreislaufanlage, und Hydroponik, dem Pflanzenanbau im Wasser. Das Gesamtsystem ist sehr ressourcenschonend konzipiert: Das auf dem Dach gesammelte Regenwasser wird zunächst in der Aquakultur eingesetzt, wo die Speisefische heranwachsen und dabei das Wasser mit Nährstoffen anreichern. Anschließend gelangt das Wasser in den Gewächshausteil der Farm, wo die Pflanzen die Nährstoffe aus dem Wasser für ihr Wachstum nutzen.

    Grundsätzlich könnten verschiedene Süßwasserfische in der Anlage produziert werden. Die ECF-Farmer haben sich zunächst für den Buntbarsch entschieden. Sein weißes Fleisch ist wohlschmeckend und hat wenig Gräten. Der Buntbarsch – auf Grund seiner rötlichen Färbung auch Rosé Barsch genannt – ist weltweit ein gefragter Fisch für Aquakulturen, da er krankheitsresistent und ein guter Futterverwerter ist. 1,2 Kilogramm Biofutter ergibt 1 Kilogramm Fisch. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Rindfleisch benötigt ganze 8 Kilogramm Futter.

    Das Hauptstadt-Gemüse besteht unter anderem aus Tomaten, Salat, Sprösslingen und Kräutern. „Darunter befinden sich auch spannende alte Sorten“, verrät Nicolas Leschke. Sie werden saisonal angebaut und tagesfrisch an den Kunden weitergegeben.

    Nischengeschäft

    Das Hauptgeschäft von Leschke und seinem Team ist jedoch nicht die Berliner ECF Farm an sich, sondern das Planen und Bauen von Aquaponikfarms für den internationalen Markt. Die Nachfrage scheint zu wachsen. Doch Leschke ist Realist: „Urban Farming wird immer eine Nische bleiben. Um den Lebensmittelbedarf aller Menschen zu decken, bleibt die traditionelle Landwirtschaft unerlässlich.“

    
        
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    Wie viel Nachhaltigkeit steckt in deutschem Bier?

    29. April 2016

    Quartiermeister

    Nachdem ich neulich in den USA in eine ziemlich coole Craft-Beer-Brauerei gestolpert bin, beschäftigte mich die Frage, ob das Brauen im kleinen Stil, das ja auch bei uns in Deutschland sehr im Trend liegt, etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und: Wie wichtig ist den großen Markenbierherstellern eigentlich eine nachhaltige Produktion von Bier? Über die Thematik sprach ich auch mit Biobiervorreiter Neumarkter Lammsbräu. Die Jungs von Quartiermeister überzeugten mich schließlich, dass man mit Bier viel Gutes tun kann. Also dann: Prost!

    Das Tor zur „Old Soul“‐Brauerei steht offen. Jeder kann in den Raum hineinlaufen, der wie eine riesige Garage mit hohen Decken wirkt, und den Brüdern Jacob und Nick Schmidt beim Bierbrauen zuschauen. Es riecht herb und würzig. Bierfässer stehen zwischen den Braukesseln auf Holzpaletten herum, an der Seite ein Regal mit lauter Krimskrams, Werkzeug und einer Musikanlage, daneben ein gemütlicher Sessel. An der hintersten Wand hängt über einem Rennrad die obligatorische amerikanische Flagge: „Old Soul Brewing“ in Fort Myers, Florida, ist nur eine von vielen Mikrobrauereien in den USA.

    Die Craft‐Beer‐Szene steht für Brauhandwerk, Qualität und vor allem viel Kreativität. Auch in Deutschland. Aber haben diese Aspekte auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun? „Für uns heißt Nachhaltigkeit, dass wir genau wissen, wo unsere Zutaten herkommen“, sagt Richie Hodges. Seit einem Jahr bringt der Amerikaner sein Wissen beim Craft‐Beer‐Startup Berliner Berg ein. Die Mikrobrauerei vertraue beim Bezug ihrer Inhaltsstoffe auf kleine Familienbetriebe. Die könnten sich keine schlechte Qualität erlauben. In der alternativen Brauszene seien Geschmack und Leidenschaft wichtiger als Zahlen. Den großen etablierten Brauereien gehe es dagegen mehr um Profit, als um die Kultur des Brauens, meint Hodges.

    Mangelnde Transparenz

    Wie es die Großbrauereien in Deutschland mit der Nachhaltigkeit bei der Bierherstellung halten, lässt sich schwer beurteilen. Denn in den Punkten umweltfreundlich angebaute Rohwaren, schonender Umgang mit Wasser, Abfallreduzierung, Energieeffizienz und Einsatz von erneuerbaren Energien weisen die Brauereien eine mangelhafte Transparenz auf. Das ermittelte die Initiative Rank a Brand im Rahmen ihres Bier‐Rankings. Der Verein untersucht Markenhersteller auf ihre Transparenz zur Nachhaltigkeit, um herauszufinden, wie verantwortungsvoll diese mit natürlichen, endlichen Ressourcen umgehen. Die Bewertungskriterien von Rank a Brand für Biermarken können hier eingesehen werden.

    Im aktuellen Ranking konnten die Marken Warsteiner und Paulaner ihre Stellung im Vergleich zu 2013 deutlich verbessern. Die Schlusslichter sind Erdinger, Flensburger, Oettinger und Veltins sowie die Marken der Radeberger Gruppe Jever, Radeberger und Sternburg. Die einzige Marke, die mit einem B‐Label als „empfehlenswert“ eingestuft wird, ist Neumarkter Lammsbräu. Die genannten Biere sind nicht etwa schlecht und auch über den Geschmack sagt das Ranking nichts aus. Doch die Brauereien pflegen eine „nicht aussagekräftige oder im Grunde gar nicht existente Berichterstattung zur Nachhaltigkeit“, so Mario Dziamski, Gründer von Rank a Brand Deutschland.

    Auch der Deutsche Brauer‐Bund kann hier nicht wirklich weiterhelfen. „Die Nachhaltigkeit des eigenen Handelns genießt bei allen Brauereien höchste Priorität“, beteuert Pressesprecher Marc‐Oliver Huhnholz. Doch gebe es nur wenige Unternehmen, die die Nachhaltigkeitsaktivitäten zu Papier gebracht hätten. Die Anhebung der EEG‐Zulage auf 5,3 Eurocent pro Kilowattstunde habe die Branche mit rund 20 Millionen Euro zusätzlich belastet. Das Brauen, Gären und Lagern sowie die Flaschenreinigung seien sehr energieintensive Prozesse und stellten deshalb einen großen Kostenblock bei der Bierherstellung dar. Energieeinsparung sei daher das große Thema in den Brauereien. „Die Branche sucht fortwährend nach Einsparpotentialen und versucht auch alternative Erzeugungsformen wie Holzfeuerungen, Windräder, Solaranlagen oder selbsterzeugtes Biogas aus
    Abwässern einzusetzen“, so Huhnholz.

    Kompromissloser Bioansatz

    Für Susanne Horn, Geschäftsführerin der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu ist das zwar besser als nichts, sie vermisse aber langfristige Strategien der herkömmlichen Brauereien für mehr ökologische und soziale Nachhaltigkeit. „Unsere Brauerei versteht sich als Teil des ökologischen und gesellschaftlichen Systems“, so Horn. „Aus diesem Verständnis heraus nehmen wir eine ganzheitliche unternehmerische Verantwortung wahr, die sich in all unseren Aktivitäten widerspiegelt.“ Das Unternehmen setze sich über den eigenen betrieblichen Umweltschutz und die Herstellung biologischer Lebensmittel hinaus für die Schaffung intakter, ökologisch und sozial nachhaltiger Lebensräume ein. Gesellschaftlich nimmt die Brauerei Einfluss, indem sie jährlich den Nachhaltigkeitspreis an besonders herausragende, nachhaltige Projekte vergibt und diese somit in ihrer Arbeit finanziell und ideell fördert.

    Derzeit gibt es in Deutschland nur drei überregional aktive Brauereien, die zu 100 Prozent in Bioqualität produzieren. „Das liegt zum einen daran, dass Bio nach wie vor eine Nische ist“, erklärt Susanne Horn. „Zum anderen ist es sehr aufwändig, sein komplettes Unternehmen auf Bio umzustellen.“ Brauereien müssten für Öko‐Braurohstoffe deutlich mehr zahlen als für konventionell erzeugte. Das mache man nur, wenn man von Bio und dem dahinterstehenden Denken auch wirklich überzeugt ist. Vor allem vor dem Hintergrund der Glyphosat‐Debatte hält Lammsbräu einen kompromisslosen Bioansatz für den einzigen Weg, Bier im Einklang mit der Natur auf nachhaltige Art und Weise herzustellen. Das Pestizid Glyphosat, das zur Unkrautvernichtung eingesetzt wird und im Verdacht steht krebserregend zu sein, wurde kürzlich vom Umweltinstitut München in den beliebtesten Biermarken nachgewiesen.

    Soziales Bier

    Dass Bier auch politischen Anspruch haben kann, zeigen die Mitarbeiter von Quartiermeister. Der Verein spendet 20 Prozent seines Umsatzes für soziale Projekte – das waren 2015 rund 17.500 Euro. „Wir zählen uns nicht zur Craft‐Beer‐Szene, sondern wollen das Bewusstsein dafür stärken, dass der alltägliche Konsum Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft ausübt“, erklärt Geschäftsführer David Griedelbach. Nachhaltigkeit spiele für Quartiermeister eine große Rolle. „Darunter verstehen wir, dass wir nicht wirtschaften, um reich zu werden, sondern um unsere Nachbarschaft zu bereichern. Unsere Gewinne fließen in gute, lokale Initiativen. Außerdem sind wir unabhängig von Investoren, damit wir unsere Entscheidungen selbst treffen und unseren Prinzipien treu bleiben können. Und wir arbeiten so gut es geht mit regionalen und inhabergeführten Produzenten, um Lieferwege kurz zu halten und kleine Betriebe zu stärken“, so Griedelbach.

    Regionalität bedeutet bei Quartiermeister auch, das Bier nicht quer durch die Republik zu karren: 250 Kilometer sind Maximum. Daher gibt es das soziale Getränk bisher auch nur in Berlin, Dresden und Leipzig. Im Oktober kam dann die erste Biobiersorte auf den Markt. Zu einer ganzheitlich nachhaltigen Ausrichtung gehöre auch die aufwändige Biozertifizierung, sagt Griedelbach. Aber auch wenn die Leute inzwischen bereit seien, für Bioprodukte mehr Geld auszugeben – in Tanzclubs könne man Biobier noch nicht verkaufen. „Deshalb werden wir erstmal weiterhin zweigleisig fahren“, räumt der Geschäftsführer ein.

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    Das erste Mal

    21. March 2016

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    Für die Junge Aktion Mensch (JAM!) habe ich mich auf die Suche nach dem ersten Mal begeben. Und es bei Michele und Elif gefunden. Michele hat einen Freund, schon seit vielen Jahren. Dann trifft sie Elif, eine türkische Studentin, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Seitdem ist nichts mehr so, wie Michele es gewohnt war. Zum Glück.

    Michele ist 21 als sie Elif kennenlernt. Als Aushilfen arbeiten die beiden Studentinnen bei der KVB, den Kölner Verkehrsbetrieben. Eine Begegnung, die Michele völlig aus der Bahn wirft.

    Michele: „Nachdem ich Elif ein paar Mal getroffen hatte, wusste ich zwar, dass sie lesbisch ist. Ein Thema war das aber nicht. Ich hatte schon lange einen Freund. Für ihn bin ich auch nach Köln gekommen. Elifs Ausstrahlung hat mich aber von Anfang an fasziniert. Ich habe gemerkt, dass ich gern in ihrer Nähe bin.“

    Elif: „Eigentlich war Michele gar nicht mein Typ. Ich fand sie am Anfang sogar eher unsympathisch: Sie war neu und die Jüngste bei der KVB und dachte trotzdem, sie könnte uns alle belehren. Aber das war nur der erste Eindruck. Als ich später herausfand, wie toll sie eigentlich ist, hat sich alles verändert.“

    Mehr als Freundschaft?

    Zusammen mit den anderen Aushilfen gehen sie aus und lernen sich besser kennen. Irgendwann wird Michele klar, dass da etwas zwischen ihnen ist. Etwas, das mehr ist als Freundschaft. Aber was? Sie findet es heraus, als sie gemeinsam Karneval feiern.

    Michele: „Wir hatten ausgemacht, dass ich bei Elif übernachte. Ich glaube, wir hatten beide das Gefühl, dass an diesem Abend etwas passieren würde. Als wir nach dem Feiern in Elifs Wohnung ankamen, waren wir total verkrampft. Irgendwann hab ich mich getraut und gesagt: ‘Du, ich kriege noch ein Bützje von dir.‘ Aus dem traditionellen Karnevalsküsschen wurde dann aber ein ziemlich langer Kuss.“

    „Am Tag danach war ich total fertig. Zuhause hab ich als erstes meine Mutter angerufen: ‘Mama, ich muss dir was erzählen, ich hatte gerade was mit einer Frau. Ich glaub, ich hab mich verliebt.‘ Ich wusste nicht, wo mir der Kopf stand. Doch meine Mutter hat nur gesagt: ‚Hör einfach auf dein Gefühl‘.“

    Auf der einen Seite denkt Michele: „Ich muss mit meinem Freund reden“. Auf der anderen Seite ist alles neu, anders. „Ich muss nachdenken“, sagt sich Michele. Aber zum Nachdenken kommt sie nicht.

    Michele: „Ich war voller Glücksgefühle, Elif hat so viel in mir wachgerüttelt, dass ich der Sache einfach nachgehen musste. Zwei Wochen treffen wir uns, alles verschwimmt in dieser turbulenten Zeit. Ich glaube, ich habe tagelang nicht geschlafen, weil unglaublich viel in mir passiert ist.“

    Elif: „Ich wollte mich gefühlsmäßig erst nicht darauf einlassen, weil ich nicht dachte, dass Michele es wirklich ernst meinen könnte. Ich wusste ja, dass es da auch noch den Freund gibt. Ich hatte Angst, dass sie mir das Herz bricht.“

    Michele ist klar, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Ihr schlechtes Gewissen quält sie – und sie kann ihre Gefühle für Elif nicht mehr verbergen. Sie sagt ihr, dass sie es ernst meint. Dass es nicht nur “eine Phase“ ist. Auch Elif ist verliebt, sie will mit Michele zusammen sein. Dafür braucht es aber klare Verhältnisse.

    Was bleibt, ist die Aussprache mit dem Freund. Wirklich erklären kann Michele ihm das Ganze nicht, weil sie es ja selbst kaum versteht. Aber sie will ehrlich sein.

    Michele: „Ich habe nicht drumherum geredet. Einfach raus damit, dachte ich: ‚Ich habe mich in eine Frau verliebt, und zwar durch und durch‘. Das war nicht einfach. Er konnte das gar nicht verstehen. Es kam für ihn ja auch aus heiterem Himmel, er hatte die Entwicklung nicht mitbekommen. Aber danach war ich erleichtert: endlich Klarheit.“

    Eine Sache des Respekts

    Michele würde ihre Freude am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Aber das geht nicht. Denn Elif redet mit ihrer türkischen Familie nicht offen über ihr Privatleben, so wie es Michele tut. Zu diesem Zeitpunkt ist Elif vor ihrer Mutter noch nicht geoutet, sie möchte auch nicht, dass jemand auf der Arbeit etwas davon weiß. “Ich bin so erzogen worden, dass man sich als Paar in der Öffentlichkeit nicht küsst, das hat was mit Respekt vor anderen Leuten zu tun“, sagt Elif.

    Michele: „Für mich war das ungewohnt. Ich kannte das so nicht. Als wir länger zusammen waren, lernte ich ihre Familie kennen. Ich musste aber immer aufpassen, was ich sage, denn wir waren ja angeblich nur Arbeitskolleginnen, Mitbewohnerinnen und beste Freundinnen. Als wir zusammengezogen waren und die Familie zu Besuch kam, nahmen wir die gemeinsamen Bilder von der Wand und gaben vor, das Arbeitszimmer sei mein Zimmer.“

    Heute sind Elif und Michele verheiratet. Es hat zwar gedauert, bis Elif den Mut aufbrachte, ihrer Mutter zu sagen, dass sie lesbisch ist. Und sie traute sich erst einen Monat vor der Hochzeit, ihr zu erklären, dass sie Michele heiraten würde. Aber nun wissen alle Bescheid. Ihre Mutter erlitt keinen Nervenzusammenbruch, wie Elif befürchtet hatte. Sie kam sogar zur Hochzeit. Durch Micheles offenen Umgang bin ich auch entspannter geworden“, sagt Elif. Spätestens auf der Hochzeit haben alle gesehen, wie glücklich wir sind. Und darum geht es doch.“

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    Was Hip-Hop mit veganem Fastfood zu tun hat

    15. January 2016

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    Xond, das heißt gesund. Auf Schwäbisch versteht sich. Xond soll eine gesunde, vegane Bio-Fastfood-Kette werden. Bio und Fastfood klingt widersprüchlich? Nicht für Andreas Läsker, genannt Bär. Für bento.de habe ich mich mit dem Musikproduzenten über seine Idee unterhalten.

    Der Manager der Fantastischen Vier will nun die Gastroszene rocken. Und zwar 100 Prozent vegan. Dass ihn das Thema beschäftigt, zeigte er schon Anfang 2015 mit seinem Buch „No Need for Meat“. Für den 52-Jährigen steht fest: Möchte man den ganzheitlichen Weg gehen, gibt es keine andere Option, als sich vegan zu ernähren. Daher auch der Slogan „Xond – nix wie veg“.

    Mit seiner Idee will Andreas Läsker die immer wachsende Nachfrage nach veganer Ernährung decken. Er findet das aktuelle Angebot viel zu klein: “Wenn ich durch Stuttgart laufe, fällt mir immer wieder auf, dass man auf die Schnelle nur Schrott essen kann“. Currywurst, Pommes, Pizza, Döner – braucht kein Mensch, meint der Feinschmecker. Zumindest nicht tierisch und fetttriefend. Fritten soll es auch bei Xond geben, aber deren Fettanteil beträgt nur fünf Prozent.

    Die Gerichte für das Restaurant hat das Team von Xond selbst entwickelt. Läskers Highlight: das Xondwich mit Zucchini, getrockneten Tomaten, der eigens kreierten Mayo und Räuchertofu. „Bloß nichts, was durchsuppt wie Gurken und Tomaten“, sagt Läsker, der viel und gerne kocht. Es wird auch anderes klassisches Fastfood geben, nur eben in bio und vegan.

    Warum Fastfood?

    „Wir leben in einer sehr schnellen Zeit“, sagt der Stuttgarter. „Und manchmal brauchen wir auch eine schnelle Mahlzeit. Das muss aber nicht gleichbedeutend mit ungesund sein.“ Gesunde Ernährung sei viel einfacher als die meisten sich das vorstellen. Er wolle zeigen, dass man auch mit Fastfood bewusst leben kann – und nicht auf Kosten von Tier und Umwelt.

    Warum Kette?

    Xond wird ein Franchise-Unternehmen, andere können also Xond-Filialen eröffnen, wenn sie eine Lizenzgebühr an Läsker zahlen. „Der Aufwand, das Baby großzuziehen, soll sich ja auch lohnen“, sagt er. Und die Marktlücke für vegane, gesunde und schnelle Kost sei überall in Deutschland riesig. Die erste Filiale wird voraussichtlich Ende März im zentralen Stuttgarter Leonhardsviertel öffnen. Gespräche mit Franchise-Partnern in weiteren Städten werden bereits geführt.

    „Wir machen direkt neben einer Currywurstbude auf – besser geht’s nicht!“ Andreas Läsker

    Im Xond-Team mischen inzwischen viele junge Leute mit. „Manche haben sich über Facebook gemeldet und wir bekommen viele Mails von Leuten, die einfach Bock haben mitzuhelfen.“ Für Läsker ist längst offensichtlich, dass vegane Ernährung kein Trend mehr ist, sondern ein Paradigmenwechsel. „Das geht auch nicht wieder zurück“, ist er überzeugt.

    In der Musikbranche hat Andreas „Bär“ Läsker schon bewiesen, dass er Marktvoraussicht, strategisches Denken und Marketingwissen mitbringt: Aus den vier Stuttgarter Jungs, die ihm in seinem Plattenladen 1989 ihr Tape in die Hand drückten, wurde eine der beliebtesten Hip-Hop-Gruppen Deutschlands.

    Bei seinem neuen Projekt hofft er auf denselben Erfolg: Er sieht in Xond nicht nur ein Restaurant, sondern eine Marke. Eigene Xond-Produkte wie Ketchup, Majo und Senf sind in der Entwicklung und Kooperationen mit Krankenkassen, Personalabteilungen und Ernährungsberatern in Planung. Auch eine rein vegane Messe, Vorträge und Kochkurse will Xond anbieten.

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    Im Fitnessstudio Strom erzeugen – geht das?

    29. November 2015

     

    Für bento.de habe ich herausgefunden, ob man die ganze Energie, die man in der Muckibude verbrennt, nicht auch in Strom umwandeln kann. Ist so ein Fitnessstudio nicht das reinste Kraftwerk?

    Auch Umweltverbände haben sich diese Frage gestellt: Schon 2004 luden der Naturschutzbund und der Verkehrsclub Deutschland zum weltweit ersten regenerativen Fitnessstudio ein (Pressemitteilung). Die Idee: Transformations-Dynamos würden die auf dem Fahrrad produzierte Energie direkt ins Stromnetz einspeisen.

    Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch. Die Meldung war ein Aprilscherz.

    Was damals noch völlig utopisch schien, ist in England heute Wirklichkeit. The Great Outdoor Gym Company betreibt Fitnessparks auf öffentlichen Plätzen. Seit ein paar Jahren auch mit Geräten, die Strom produzieren, wenn man sie nutzt. Damit können Studenten eines Colleges jetzt zum Beispiel ihre Handys aufladen. Die überschüssige Energie wird ins Netz eingespeist und fließt ins Unigebäude.

    Geht das auch in Deutschland?

    Ganz so weit sind wir in Deutschland noch nicht. Aber einen Vorreiter gibt es auch hierzulande: das Green Gym Berlin. Betreiber René Eick, 52 Jahre, Fitnesstrainer auch Maschinenbauingenieur, hat es schon immer gewurmt, dass die in seinem Fitnessstudio erzeugte Energie einfach im Trainingsschweiß verpufft. Die Gäste strampeln – und was kommt dabei heraus? Wärme. Dabei wäre doch Elektroenergie viel praktischer.

    Um diese Transformation hinzubekommen, baute Eick die Geräte mit ein paar Tüftler-Freunden auseinander, installierte Spannungswandler und legte Kabel zu einer Batterie. „Bis wir raus hatten, wie es funktionieren könnte, vergingen ungefähr vier Monate“, erzählt Eick. Damals, 2009, sei er der erste in Europa gewesen, der diese Idee in die Tat umsetzte. Insgesamt schloss er 19 Fahrradergometer und Crosstrainer an das interne Stromnetz an. Über Steckdosen an den Geräten können Mitglieder ihre Handys oder MP3-Player aufladen und so ihren selbst produzierten Strom mitnehmen. Die nicht verwendete Energie fließt in die Beleuchtung des Kardiobereichs.

    Eine Frage des Profits

    „Man darf sich aber nichts vormachen“, räumt Eick ein. „Wer eine Stunde auf dem Crosstrainer schwitzt, erzeugt um die 80 Wattstunden. Damit kann man zwei Glühlampen eine Stunde lang zum Leuchten bringen.“ Um ein Handy komplett zu laden, müsse man schon zwei bis drei Stunden trainieren. Das erklärt wohl auch, warum das Studio in Prenzlauer Berg mit seinen stromproduzierenden Geräten noch immer allein auf deutscher Flur ist. „Die Technik ist noch nicht so effizient, dass die Industrie eine Möglichkeit auf Profit sieht“, sagt Eick. Auch er selbst verdiene an der Idee kein Geld.

    René Eick geht es aber um etwas anderes. Die Leute kämen in sein Studio, um sich gesund und fit zu halten. Wenn sie ihre eigene Energie nach dem Workout mitnehmen können, gäbe es einen doppelten Nutzen: „Zum einen steigert es die Motivation. Zum anderen wird ihnen bewusst, wie Energie erzeugt und genutzt werden kann. Vielleicht denken sie dann auch Zuhause darüber nach, woher ihr Strom kommt.“

    Nicht ohne mein Fahrrad

    Noch ist das Interesse an grünen Fitnessgeräten auf dem deutschen Markt überschaubar. Immerhin kommt die Technik aber spielerisch zum Einsatz: In vielen Städten finden zum Beispiel Fahrradkinos statt. Dabei treten mehrere Menschen auf festmontierten Fahrrädern in die Pedale, um Strom für die Projektion eines Films zu erzeugen.

    Hier setzt auch das Startup Pedal Power aus den USA an. Das Unternehmen designt zweckentfremdete Fahrräder, um Strom zu generieren. Denn warum sollte man die Effizienz eines Fahrrads nur nutzen, um sich fortzubewegen? Besonders wertvoll könnte die erstrampelte Energie bei einem Stromausfall werden und für Menschen in Entwicklungsländern, meinen die Gründer.

    Pedal Power ist davon überzeugt, dass die Fahrradtechnologie für viele tägliche Aufgaben eingesetzt werden kann. Die eigene Energie zu nutzen statt den Strom einfach vom Netz zu zapfen, mache nicht nur Spaß, schreiben die Unternehmer auf ihrer Website. Man begreife besser, wie viel Energie man verbraucht. Das könnte dabei helfen, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

     

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    Hoffnung in unsicheren Zeiten

    30. April 2015

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    Javier Rodriguez demonstriert den Teilnehmern eines Workshops, warum sie ihre heimischen Böden wertschätzen sollten.
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    Sandrine Minier gibt einen Modellierungsworkshop.
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    Tochter Cloé wertschätzt den Erdboden auf ihre eigene Weise.
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    Javier Rodriguez bringt Dorfbewohnern die erdbebensichere Bauweise mit Lehmziegeln bei.
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    Frauen und Männer aus ganz Mexiko nehmen an den Workshop-Modulen der Fachkräfte teil.
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    Workshop zum Thema Verputzen und Anstrich mit Erde.
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    Konstruktion einer Kompostlatrine im Dorf Tzntzun Michoacán.
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    Tochter Lili setzt in die Tat um, was sie in den Workshops ihrer Eltern lernt.
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    Die Familie auf einem Spaziergang in der Sierra de Tapalpa (Jalisco).
    Mexiko leidet stark unter der organisierten Kriminalität: Tödliche Schlachten um Kokain, Marihuana und Amphetamine, um Waffen, Menschen und Geld machen immer wieder Schlagzeilen. Aber neben den tagtäglichen Ermordungen und Entführungen gibt es auch Geschichten, die Hoffnung schenken. Sie erzählen von Solidarität und von Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Ärmsten im Land ein sicheres Dach über dem Kopf haben. Zwei Architekten, die genau das tun, habe ich für die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe interviewt.

    2012 wurde Javier Rodriguez am Flughafen in Honduras festgenommen. Der Architekt kam gerade aus Ecuador von einem AGEH-Seminar zum Thema Sicherheit. Das Wissen darüber, wie man sich in einer solchen Situation am besten verhält, war also noch ganz frisch. „Der Strafvorwurf war natürlich ausgedacht“, so Rodriguez. In korrupten Systemen komme das immer wieder vor, die Polizisten würden sich dadurch einen Vorteil erhoffen. Nach 24 Stunden war der Mexikaner mit französischem Pass wieder auf freiem Fuß. Seine Verhaftung gab jedoch den Ausschlag, innerhalb des Instituts IMDEC, für das Rodriguez in Mexiko arbeitet, eine Sicherheitskommission einzurichten.

    Das Instituto Mexicano para el Desarollo Comunitario (IMDEC) setzt sich für ländliche Entwicklung und Menschenrechte ein. Javier Rodriguez und seine französische Frau Sandrine Minier – ebenfalls Architektin – beraten die Gruppen, mit denen das Institut zusammenarbeitet. Ihr Schwerpunkt: das Recht auf Wohnraum. Sie unterstützen Dorfbewohner dabei, Häuser mit lokalen und natürlichen Materialen wie Erde, Lehm, Stein und Bambus zu bauen, und zeigen ihnen, wie sie Regenwasser speichern, Abwasser nutzen und Kompostlatrinen fertigen können.

    Kulturelle Identität erhalten
    „Unsere Arbeit besteht darin, die kulturelle Identität von Dörfern und Kommunen zu erhalten“, erklärt Sandrine Minier. „In Mexiko wird seit Jahrhunderten die Erdbauweise praktiziert. Wir verteidigen das Wohnrecht der Menschen, indem wir zeigen, dass sich auch diejenigen, die weniger Ressourcen und Geld zur Verfügung haben, ein Haus bauen können – nämlich mit dem, was sie vor Ort zur Hand haben.“

    Seit 2002 sind die beiden AGEH-Fachkräfte. Ihre Mitarbeit wird vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor finanziert. In Honduras unterstützten sie zunächst Kommunen und Familien, die ihre Wohnungen nach dem Hurrikan Mitch verloren hatten. „Die eingestürzten Häuser waren mit Industrie-Materialien wie Zement errichtet worden – ein Baustoff, der nicht nur teuer, sondern auch schwer in entlegene Gebiete zu transportieren ist“, sagt Javier Rodriguez. Die beiden Architekten kannten sich mit alternativen Bauweisen aus und arbeiteten vor Ort mit einer lokalen Organisation zusammen. „Wir blieben vier Jahre dort. Danach waren wir auch in anderen zentralamerikanischen Ländern im Einsatz.“ In einigen Regionen wie El Salvador kam ein zusätzlicher Aspekt ihrer Arbeit hinzu: Die Häuser müssen hier auch erdbebensicher konstruiert werden.

    „Wir stellten fest, dass viele Menschen kein Vertrauen mehr in die Erdbauweise haben“, sagt Sandrine Minier. Das sei die Konsequenz der Industrie-Propaganda, die den Zement bewirbt. „Eine eiskalte Strategie, denn zu Beginn haben sie Zement nicht zum regulären Preis, sondern günstiger verkauft“, meint Minier. „So wollten immer mehr Menschen mit dem modernen industriellen Stoff bauen, und sie vergaßen das alte Wissen um traditionelle Bauweisen. Irgendwann kam der Moment, in dem die Bevölkerung abhängig von den neuen Materialien war.“

    Häuser eigenständig errichten
    An Orten mit großer Erdbebengefahr hört das Paar oft, dass die Konstruktion mit Erde oder Lehm nicht sicher sei. „Und wir antworten: Doch, das ist sie. Man muss Lehmhäuser nur richtig stabilisieren, genau wie man es mit einem Haus aus Zement machen muss“, sagt Javier Rodriguez. Der Vorteil bei der Verwendung von natürlichen Materialen sei, dass sie auch in armen Kommunen vorkämen und wiederverwertbar seien, sollten die Häuser einstürzen. „In Haiti haben wir 2010 gesehen, was mit Port-au-Prince passiert ist. Die Betonhäuser waren nicht erdbebensicher gebaut worden und als sie einstürzten, lagen die Zementbrocken auf dem Boden, ohne dass die Bevölkerung das Material aufsammeln und erneut benutzen konnte.“ Lehm brauche dagegen nur Wasser, um sich erneut formen zu lassen. So könnten die Menschen ihre Häuser eigenständig wiedererrichten.

    Rodriguez und Minier sehen es als ihre Aufgabe an, das Wissen um traditionelle Bauweisen gemeinsam mit den Kommunen zu recherchieren und zu erhalten. „Die Menschen, die diese Kenntnisse noch haben, teilen sie oft nicht, weil sie sie nicht wertschätzen“, stellt Rodriguez fest. „Wir zeigen ihnen, dass das Wissen sehr nützlich für die Gemeinschaft ist.“

    Schwieriger wird es, wenn es keine etablierte Kommune gibt. Seit die Architekten in Mexiko leben und beim IMDEC angestellt sind, arbeiten sie unter anderem mit einer Gruppe am Stadtrand von Guadalajara. „Die Menschen kommen aus vielen verschiedenen Orten und fühlen sich nicht als Teil einer Gemeinschaft. Sie tauschen sich nicht aus oder helfen einander“, bedauert Sandrine Minier. Die Französin hat die Erdbauweise zum ersten Mal kennengelernt, als sie Austauschstudentin in Mexiko war. Dabei habe es sie überrascht, dass diese Bauart auch ein Teil ihrer französischen Kultur ist.

    Die Dinge ein wenig besser machen
    Damals in Mexiko hat Sandrine Minier auch ihren heutigen Mann kennengelernt. Gemeinsam absolvierten sie im Anschluss an ihr Architekturstudium ein Masterprogramm in Grenoble, Frankreich. Dabei spezialisierten sie sich auf die Erdbauweise. Inzwischen hat das Paar zwei Kinder: Lili (7) und Cloé (3) kamen in Frankreich zur Welt. „Lili war sieben Monate alt, als wir nach Honduras zogen“, so Minier. „Wir haben großes Glück, dass sich beide Kinder sehr schnell an neue Situationen anpassen. Veränderungen scheinen ihnen nicht viel auszumachen.“ Jetzt sei sie nicht mehr so viel unterwegs wie früher. Ihr Mann dagegen berate weiterhin auch Organisationen in El Salvador, Honduras, Guatemala und Haiti.

    „Es macht mir manchmal schon zu schaffen, weg von meinen Töchtern zu sein“, sagt Javier Rodriguez. „Aber ich glaube, sie verstehen ein bisschen, was wir machen. Sie nehmen wahr, dass in Mexiko Gewalt und Unsicherheit herrschen. Sie hören aufmerksam zu und wissen, dass ihre Eltern daran arbeiten, die Dinge ein wenig besser zu machen.“ Es gebe derzeit mehr Angst vor der Polizei als früher, mehr soziale Spannungen und Aggressivität, erklärt Sandrine Minier. Auch in der Region Jalisco, in der sie wohnen, gebe es eine zunehmende Zahl von Entführungen und Ermordungen. „Bisher habe ich mich in Mexiko immer wohl gefühlt, aber seit der vergangenen Monate bin ich nicht mehr so entspannt. Wenn man Kinder hat, ändert das auch noch mal die Perspektive.“

    Um die Rechte der mexikanischen Bevölkerung vor allem in Bezug auf das Wohnrecht zu verteidigen, wurde die Internet-Plattform „Mesoameri-Kaab“ ins Leben gerufen. Dort haben sich ähnlich gesinnte Organisationen zusammengeschlossen, um Informationen, Wissen und Strategien auszutauschen. „Den Menschen wird bewusst, dass sie mit ihren Problemen nicht mehr allein dastehen und dass sie sich gegenseitig helfen können“, sagt Javier Rodriguez optimistisch. Die zunehmende Zusammenarbeit und Solidarität gebe den Menschen Hoffnung in einer Zeit, in der die Unsicherheit in Mexiko immer größer wird.

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    Neue Perspektive

    7. January 2015

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    Seit einem intensiven Einblick in die Arbeit der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch im Jahr 2009 verfolge ich – mal mehr, mal weniger – die jährlichen UN-Klimakonferenzen. Damals bekam ich die Möglichkeit, bei den Konferenzen in Bonn und Bangkok und sogar beim großen Gipfel in Kopenhagen dabei zu sein. Obwohl ich die zähen Verhandlungen live erlebt habe, hat es mich in den darauf folgenden Jahren immer wieder frustriert, dass es in der Klimapolitik gefühlt gar nicht vorwärts geht. Einige Länder sehen es nicht ein, etwas zu tun, da sie sich nicht als Verursacher des CO2-Anstiegs sehen. Anderen fehlt, wie es immer so schön heißt, der politische Wille. Und dann gibt es noch solche Kandidaten, die an den Sitzungen nur teilnehmen, um sie zu blockieren.

    Im Herbst dieses Jahres soll in Paris ein neues globales Klimaabkommen als Nachfolger für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Aber auch die vorbereitende Konferenz in Lima im Dezember 2014 endete enttäuschend. Umweltverbände kritisierten den „gefährlich schwachen Text“, der keinen Fortschritt im Hinblick auf das Ziel bringe, das Zwei-Grad-Limit der Erderwärmung einzuhalten. Da fragt man sich manchmal schon, wozu das Ganze gut sein soll. Woher nehmen die NGOs und andere Vorreiter immer wieder die Energie, weiterzukämpfen?

    Immer schön langsam
    Während ich diesen Gedanken nachhing, stieß ich neulich auf einen interessanten Artikel, der zwar nicht alle Fragen beantwortet, aber eine neue Perspektive aufzeigt. Der Grund, warum die Klimagipfel nur im Schneckentempo funktionieren, ist dem Umweltwissenschaftler Hermann E. Ott zufolge dieser: Auf dem Kyoto-Gipfel 1997 wurde eine Fehlentscheidung getroffen. Anstatt das Kyoto-Protokoll nur für diejenigen Staaten zu öffnen, die wirklich Klimaschutz wollen, durften auch die Bremser, etwa Erdöl produzierende Staaten, beitreten. Und die hätten auch dafür gesorgt, dass es keine Mehrheitsentscheidungen gibt, sondern alles einstimmig entschieden werden muss. Klar, dass man dann bei so vielen Staaten mit jeweils sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen nicht vorankommt.

    Ott ist der Ansicht, dass auch nach dem Scheitern in Lima ein Vertrag in Paris zustande kommen kann, allerdings auf dem allerkleinsten Niveau – und deshalb ungeeignet, um den Klimawandel aufzuhalten. Auf die Frage, ob es angesichts der Gegensätze überhaupt Sinn macht, die Klimagipfel fortzuführen, sagt der Grünen-Politiker: „Ja, diese globalen Konferenzen machen weiter Sinn. Aber man sollte keine Dinge erwarten, die sie nicht leisten können. Und sie sind eben nicht geeignet, um die erforderlichen Minderungen für Treibhausgase zu vereinbaren. Wir brauchen eine Klimapolitik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, keinen Einheitsbrei für alle.“

    Action-Club für Klimaschützer
    Und wie sieht nun seine Alternative aus? Neben der globalen Konvention, meint Ott, müsse ein Vertrag der Klimaschützer geschaffen werden. Da kämen eine ganze Menge Länder in Frage: In Europa neben Deutschland auch Dänemark, Schweden, Frankreich und Portugal. In Afrika Marokko und Südafrika. In Lateinamerika Mexiko, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Peru, Brasilien und Chile. In Asien Südkorea, die Philippinen und Bangladesch. Und sowieso alle kleinen Inselstaaten, die vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. All diese Staaten sollten sich – außerhalb der UN-Verhandlungen – zusammentun und ihre Kräfte bündeln.

    Ein Klima-Action-Club der Vorreiter muss also her, damit nicht nur Tacheles geredet wird, sondern auch endlich was passiert. Klingt für mich plausibel. Peter Altmaier (CDU) hatte seinerzeit bereits eine Klimafreunde-Gesprächsrunde ins Leben gerufen – allerdings ohne viel Action. Ob Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf den Zug aufspringen wird?

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    Gold zum Trinken

    3. December 2014

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    Im Oktober wurde ich als Journalistin auf eine Pressereise nach Hessen eingeladen. Thema: Vom Apfel zum Apfelwein. Tja, da habe ich einiges gelernt. Nämlich, dass man aus so einem Apfel allerhand alkoholische Getränke zaubern kann. Und dass die alten Obstsorten von unseren heimischen Streuobstwiesen eigentlich nie im konventionellen Supermarkt landen. Und auch, dass man in weiten Teilen Hessens einfach mal keinen Empfang hat. Das Resultat der Reise druckte der Bremer Anzeiger und das Bremen Magazin im November ab:

    Es gibt ihn als klassischen Hausschoppen und als Secco, als Schaumwein, Sherry und Dessertwein: Der Apfelwein hat heute viele Facetten. Nischen-Winzer in Regionen wie Taunus, Rhön und Odenwald geben dem hessischen Nationalgetränk ein neues Gesicht, das zeigt: Der Apfel hat es in sich.

    Nirgendwo in Deutschland wird so flächendeckend und in so großen Mengen Apfelwein gekeltert wie in Hessen. Und das, obwohl die Apfelanbaufläche dort vergleichsweise klein ist. „Dieses Kuriosum liegt vermutlich daran, dass in Hessen verstärkt auf den Streuobstanbau gesetzt wird, der nicht in der Statistik berücksichtigt wird“, sagt Michael Stöckl, Gastwirt im Taunus und Deutschlands erster Apfelwein-Sommelier. Streuobstwiesen würden zur Kulturlandschaft des Bundeslandes gehören wie keine andere landwirtschaftliche Nutzfläche. „Den alten Apfelsorten verdankt der hessische Apfelwein seinen typischen Charakter“, so Stöckl.

    Der Streuobstbau ist eine traditionelle Landwirtschaftsform mit hochstämmigen Obstbäumen, die vor allem für zahlreiche Tierarten lebensnotwendig ist. Grundlage sind eine Vielfalt an Apfel- und Birnensorten, aber auch Kirschen, Walnüsse, Zwetschgen und Pflaumen. Viele dieser rund 3000 Sorten kommen dem Naturschutzbund (NABU) zufolge nur regional vor und sind ein Naturerbe von hohem Wert. Daher setzen sich Umweltverbände und lokale Initiativen deutschlandweit für den Erhalt dieser artenreichen Lebensräume ein. Die Produktion von Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen sei Nachhaltigkeit par excellence, so der NABU.

    Sherry aus der Rhön
    Über 100 verschiedene Apfelsorten hängen an den Bäumen von Jürgen Krenzers Obstwiesen in der Rhön. Wie Michael Stöckl gehört er zu den „Hessischen Wirtshaus-Kelterern“, ein Zusammenschluss aus sieben Apfelwinzern. Jeder von ihnen hat eine eigene Nische auf dem Markt gefunden. Jürgen Krenzer ist vor allem bekannt für seinen Apfel-Sherry. „Hier in der Hochrhön sind die Äpfel besonders sauer und eignen sich gut für Dessertwein“, sagt Krenzer. Ob Wein, Apfelwein oder Sherry – es komme immer auf das Verhältnis von Säure und Zucker an.

    Das Wissen um Streuobst und seiner Verarbeitung sei nicht mehr so da wie früher, bedauert Krenzer. „Heute werden oft an einem Stichtag alle Äpfel geerntet. Dabei sind die verschiedenen Sorten zu unterschiedlichen Zeiten reif – einige schon im August, andere hängen noch nach Weihnachten an den Bäumen.“ Der 49-Jährige besitzt nicht nur eine Gastwirtschaft und Obstwiesen, sondern auch eine Schau-Kelterei, in der Gäste den gesamten Ablauf der Saftproduktion miterleben können, sowie ein kleines Theater. Dort lässt er die Geschichte des Apfel-Sherry erzählen.

    Regionale Vernetzung
    Dass sich Streuobst nicht nur zum Pressen, sondern auch zum Kochen eignet, demonstriert der Apfelwinzer Armin Treusch. In seiner Kochschule im Odenwald lernen Interessierte, wie sie einen Kartoffel-Apfel-Salat, Lachsforelle auf Apfel-Lauch-Ragout oder Bratapfeleis zubereiten. Treusch legt dabei viel Wert auf regionale Zutaten – ein Merkmal, das die Hessischen Wirtshaus-Kelterer gemein haben. „Wir unterstützen uns gegenseitig und vernetzen uns in der Region mit anderen Betrieben wie etwa Schlachtern“, erklärt Treusch.

    Wer nicht erst aufs Land fahren möchte, um den vielfältigen Geschmack des Apfels zu kosten, findet das „Gold zum Trinken“ auch in Hessens Metropole Frankfurt. Die internationale Messe „Apfelwein weltweit“ und das Apfelweinfestival sind gesetzte Größen im Frankfurter Veranstaltungskalender. Ein geführter Apfelwein-Rundgang, eine Stadtrundfahrt mit dem Ebbelwei-Express und das Ebbelwei-Wochenende lassen Apfelweinfreunde ganzjährig den goldenen Tropfen erleben.

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    Irrsinnige Zerstörung

    17. November 2014

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    Kürzlich durfte ich eine kleine Greenpeace-Gruppe zum Hambacher Forst bei Köln begleiten, um ein Camp von Umweltaktivisten zu besuchen. Erst im Oktober waren 14 Waldbesetzer festgenommen worden, weil sie die RWE-Arbeiter behinderten: Seit 1978 wird der Wald für den Braunkohletagebau gerodet. Und das, obwohl Braunkohle der Klimakiller schlechthin ist und derzeit diskutiert wird, entsprechende Kraftwerke ganz vom Netz zu nehmen. Leider ist ein weiterer Abbau bis 2030 bereits genehmigt.

    Angefangen hat der Protest 2012: Damals hielten rund 50 Aktivisten einen kleinen Teil des Waldes besetzt, um so gegen die Abholzung und für einen Kohleausstieg zu protestieren. Das Camp, das sich autark versorgt, findet mittlerweile auch überregional Aufmerksamkeit und Unterstützung. Die Baumbesetzungen wurden mehrmals von der Polizei geräumt. In einer Nachbarschaftsbroschüre des RWE-Konzerns vom August 2013 stellen die Autoren die Protestler als Steine werfende Krawallmacher dar.

    Die Aktivisten ließen sich jedoch nicht abschrecken und besetzten immer wieder aufs Neue einzelne Baumgruppen. Bei den jüngsten Konfrontationen mit RWE-Mitarbeitern und der Polizei ging es ziemlich hart zur Sache. Einige Protestler kamen ins Krankenhaus, 14 wurden festgenommen. Angeblich hatten sie RWE-Mitarbeiter mit Pfefferspray, Blendgranaten und Feuerwerkskörpern angegriffen. Die Berichterstattungen seien jedoch sehr einseitig aus Konzernsicht formuliert worden, so die Klimaschützer. Auf ihrem Blog hambacherforst schildern sie ihre Sicht der Dinge.

    Für mich war es sehr interessant, das selbstversorgende „Klima-Camp“ einmal näher kennenzulernen. Es gibt quasi eine Basisstation am Rand des Waldes auf einer Wiese, wo eine Küche und Duschen eingerichtet sind, wo ein kleines Theater entsteht und Informationen über die Besetzung zur Verfügung gestellt werden. Ein Aktivist führte uns zum Lager „Oaktown“ in den Wald hinein – dort haben mehrere Besetzer Baumhäuser hoch in den Wipfeln gebaut und richten sich gerade für den Winter ein. Der Protest wird so schnell also nicht vorbei sein. Bleibt zu hoffen, dass die Politik bald ein Zeichen setzt und den Braunkohleabbau per Gesetz stoppt.

    Denn nicht nur das Klima leidet unter dem Abbau. Laut BUND ist der Hambacher Forst ein ökologisch höchst wertvoller Wald. In den noch verbliebenen Resten wachsen Hainbuchen und Stieleichen. Zudem beherbergt der Wald vom Aussterben bedrohte Fledermausarten. Insgesamt seien 142 geschützte Arten vorhanden.

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