Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

Bremer Initiative weckt Lust am Lesen

Preisverleihung: Grundschüler gewinnen mit selbst geschriebenen Geschichten Büchergutscheine

31. Dezember 2011

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MITTE. Lesen fördert nicht nur das Sprachvermögen, es regt auch die Fantasie und Kreativität an. So sieht es die Initiative Leselust und rief Grundschüler auf, selbst Geschichten zu Papier zu bringen. Die Besten erhielten nun im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung Büchergutscheine zur Aufstockung der Schulbibliothek.

„Guten Tag Herr Präsident, meine Damen und Herren“, beginnt Moderator Dirk Böhling immer wieder seine Ansprachen im Plenarsaal der Bremischen Bürgerschaft. Allerdings sitzen vor ihm keine Politiker, sondern Dutzende Grundschüler, die sich köstlich über den Schauspieler, Regisseur und Autor amüsieren. Böhling ist Botschafter für die Bremer Leselust, eine Initiative, die das Lesen in der Gesellschaft, vor allem im Umfeld von Kindern, wieder populärer machen möchte.

Die Atmosphäre im Plenarsaal ist ausgelassen und gespannt zugleich. Die Kinder sitzen wie Abgeordnete in den Reihen vor dem Sprecherpodium, die Eltern versteckt auf dem oberen Rang. Die Presse ist da, es werden Fotos gemacht – der Nachwuchs spürt: Hier passiert etwas Wichtiges.

Im Rahmen eines Wettbewerbs der Leselust hatten Bremer Grundschüler die Möglichkeit, sich selbst im Schreiben zu versuchen. Mit ihren Geschichten konnten sie Bücher-Gutscheine im Wert von 600 Euro zur Aufstockung der Schulbibliothek gewinnen.

Bei der feierlichen Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Bürgerschaftspräsident Christian Weber werden einige der Kurzgeschichten vorgelesen, selbst gedichtete Lieder gesungen und die Gutscheine im Gesamtwert von 12.000 Euro an die Schulen vergeben.

„Es ist toll, dass meine Geschichte gewonnen hat“, freut sich die kleine Mona von der Grundschule am Pürschweg. Ungefähr eine Woche habe sie daran geschrieben, wie ein Mädchen namens Conny einen Wochenendausflug bei Oma und Opa macht.

„Das ist wie eine vorweihnachtliche Bescherung“, sagt Ulrike Hövelmann, Vorsitzende der Bremer Leselust. „Ich freue mich sehr, dass wir mit den üppigen Spenden 20 Grundschulen beglücken können.“ Möglich wurde das durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Bremen und der Bremer Literaturstiftung sowie der Einnahmen durch Verkäufe im neuen Stadtmusikantenhaus der Leselust im Lloydhof.

Ein Kernstück seit den Anfängen des Projekts Leselust bilden Aktionen mit sogenannten Lesebotschaftern. Ehrenamtlich engagierte Prominente animieren über das Vorlesen Kinder und Jugendliche zum Weiterlesen. Ausgefallene Veranstaltungsorte wie die gläserne Werft in Vegesack, das ehrwürdige Gobelinzimmer im Rathaus oder eben der Plenarsaal der Bremischen Bürgerschaft erhöhen die Attraktivität der Initiative.

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