Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

Fair gekocht – eine Woche geht immer

4. Juni 2016

Eine Woche Erholung für die Umwelt, das verspricht das Kochbuch Fairfood von der Bloggergemeinde wir-essen-gesund.de. Denn wer dem einwöchigen Essensplan folgt, spart CO2, Wasser und Ackerfläche. Klingt interessant...

Vor drei Jahren begannen Daniel und Tobias Beuschel sowie Daniel Strußenberg über gesunde Ernährung, Bewegung und Umweltschutz zu bloggen. Mit dem Kochbuch gehen sie jetzt noch einen Schritt weiter. Fairfood soll ein Bauplan sein, mit Hilfe dessen man die vielen bereits bestehenden Bausteine zusammenfügen kann. Oder um es mit ihren eigenen Worten zu sagen:

„Zahlreiche Studien und unsere eigene Erfahrung durch unseren Blog beweisen, dass viele Menschen nur zu gerne ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten. Dabei wären sie bereit bei ihrer Ernährung auf ihren individuellen ökologischen Fußabdruck zu achten. Allein aber das Wissen um die praktische Umsetzbarkeit fehlt.“

Kochen ohne Reste

Die Rezepte, die man in der Anleitung findet, sind einfach und schnell gekocht. Sie eignen sich für Zuhause und für den Arbeitsplatz. Wichtig ist den Machern, dass man den einwöchigen Ernährungsplan, der für jeden Tag der Woche Frühstück, Mittag und Abendbrot festlegt, wirklich einmal konsequent durchführt. Denn die Zutaten für die einzelnen Mahlzeiten sind so aufeinander aufgebaut, dass keine Reste im Müll landen. Zusätzlich gibt es eine Einkaufsliste für die ganze Woche, sodass unnötige Einkaufswege vermieden werden.

Warum „fair“?

Anders als früher würden die meisten Menschen den Weg vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt nicht mehr mitverfolgen können, heißt es im Fairfood-Kochbuch. So würden wir zwangsläufig die Kenntnis über die Entstehungsprozesse unsere Lebensmittel verlieren. Für die Blogger heißt „fair“ vor allem, dass die verwendeten Produkte regional, frisch und pflanzlich sind. Der Plan bietet aber neben Rezepten, die diese drei Kriterien erfüllen, auch viele interessante Hintergrundinfos.

So könnten beispielsweise 1,7 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid gespart werden, wenn jeder Deutsche sich nur eine einzige Woche fair ernähren würde. Das entspricht der CO2-Menge, die ein Auto ausstößt, wenn es 350.000 Mal um die Erde fährt! Und wir bräuchten etwa 1,6 Milliarden Quadratmeter Ackerfläche weniger, was der Fläche von Berlin und Hamburg zusammen entspricht.

Kostenloser Download

Ziel ist es also, das Kochbuch und die dahinter stehende Idee so gut es geht zu verbreiten, damit der positive Impact auf die Umwelt möglichst groß ist. Dafür haben sich die Blogger ein Konzept überlegt. Jeder kann Fairfood kostenlos auf ihrer Website herunterladen. Das PDF ist darüber hinaus interaktiv gestaltet: Einzelne Rezepte, Grafiken und Tabellen lassen sich aus dem Dokument heraus auf Facebook teilen oder per Mail verschicken.

Wenn alle Menschen, die den Plan bisher heruntergeladen haben, ihn auch befolgt und jedes Gericht nachgekocht haben, wurden mit Fairfood bereits über 150 Tonnen CO2, rund 150.000 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche und an die 900.000 Hektoliter Wasser gespart. Das rechnet mir zumindest die Fairfood-Internetseite aus, Stand Anfang Juni. Wenn das mal nicht motiviert, oder? Eine Woche geht doch immer.


    
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Bio + fair = mehr?

Bremen Global Championship: 300 Schüler nehmen an umweltpolitischem Turnier teil

2. Juni 2013

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BREMEN. Welchen Weg legt eine Jeanshose zurück und unter welchen Bedingungen wird eigentlich Coltan für unsere Handys abgebaut? Mit diesen Fragen beschäftigten sich elf Klassen aus Bremen beim Global Championship 2013. Das Motto in diesem Jahr: „Bio + fair = mehr?“ Ziel war es, dass sich Jugendliche eine eigene Meinung zu gerechten Produktionsbedingungen bilden konnten.

„Wir wollen nicht, dass die Mädchen und Jungen nachbeten, was wir sagen“, erklärt Christopher Duis vom Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk. „Vielmehr sollen sie sich Gedanken darüber machen, was sie gut und was sie schlecht finden.“ Beim Projektauftakt im März wurde jeder Klasse ein Land zugelost, mit dem sich die Schüler in der Folge unter den Gesichtspunkten Bio und fairer Handel auseinandersetzten.

Die Veranstalter, unter anderen das entwicklungspolitische Netzwerk, Brot für die Welt, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie Unicef schickten Referenten in die Klassen, um den Teilnehmern thematische Anregungen zu geben. „Wir besuchten die Schüler zum Beispiel mit Experten aus Senegal, Kamerun und Brasilien“, so Duis.

Zudem arbeiteten die Jugendlichen in den vergangenen Wochen an einem eigenen Projekt. „Uns war es wichtig, dass die Idee eine Außenwirkung hat, dass sie unter dem Motto „Bio + fair = mehr?“ steht und mit dem jeweiligen Land zu tun hat“, erklärt Duis weiter. Herauskamen etwa eine Schülerzeitung sowie selbstgedrehte Videos.

In dieser Woche versammelten sich die rund 300 Teilnehmer zum abschließenden Fußballturnier im Stadtgarten. Den Wettbewerb trugen die Klassen aber auch an verschiedenen dort aufgebauten Stationen aus. Bewertet wurden dabei Teamgeist, Fairplay, Wissen, Cleverness und Engagement.

So gab es etwa eine Bananen-Station, an der die achten Jahrgänge den Unterschied zwischen einer herkömmlichen und einer Bio-Plantage kennenlernten. An einer Koch-Station halfen die Schüler dem Schulküchenverein, Bioessen für alle zuzubereiten. Außerdem erfuhren sie, wie es ist, nur bei Kerzenschein zu nähen.

„Am meisten hat mir das Fußballspiel gefallen“, erzählt Jannes Krogmann aus der achten Klasse des Gymnasiums Horn. Aber auch die inhaltlichen Aspekte schienen bei ihm und seinen Kameraden einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. „Es war interessant, die Bedingungen in einer Coltan-Mine kennenzulernen“, sagt Mats-Michel Evers. „Mit Hammer und Meißel in eine harte Wand zu schlagen und Säcke voll Steine zu schleppen, ist ganz schön anstrengend.“

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