Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

Knödel im Glas – aus gerettetem Brot

18. Januar 2017

Leider werden allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 500.000 Tonnen unverkauftes Brot weggeworfen. Im Schnitt produziert eine deutsche Bäckerei somit zwischen 10 und 20 Prozent der täglichen Brotmenge für die Tonne. Nicht mit uns, dachte sich das Startup Knödelkult.

Knödelkult bietet Knödel im Glas – und verwendet dabei ausschließlich unverkauftes Brot aus regionalen Bäckereien. „Leider geht es heute oft so hektisch zu, dass vielen kaum die Zeit bleibt, um Knödel selbst zu machen. Im Supermarkt sind bisher nur Instantprodukte zu finden. Für uns Knödelfans eine geschmackliche Enttäuschung und auch alles andere als schnell zubereitet“, lassen die Macher von Knödelkult auf ihrer Internetseite verlauten.

Frische Knödel statt Instantprodukte

Die Knödel von Knödelkult sind frisch und wie von Mutti mit viel Liebe und saisonalen Zutaten gemacht. Sie enthalten keine künstlichen Zusatzstoffe und sind durchs Einwecken lange haltbar. Für viele sicher ein Pluspunkt: Sie sind blitzschnell zubereitet. Einfach in Scheiben schneiden und goldbraun anbraten oder direkt im Glas ins Wasserbad stellen. Dazu bietet die kleine Konstanzer Manufaktur vielfältige Rezepte für jeden Geschmack.

Das Konzept kann sich sehen lassen und hat sein Fundingziel bei Startnext auch gleich um das Vierfache übertroffen! Die „Knödel-Gang“ besteht aus dem Thermodynamiker und Hobby-Koch Matze, dem Design-Zuständigen Ray, dem Strategen Felix und der Kommunikationsexpertin Janine. Die „Brototypen“ sind noch zu Hause entstanden. Für die offizielle Produktion teilen sie sich eine Küche mit einem befreundeten Restaurantbetreiber. Wegen des großen Zuspruchs sind sie aber auf der Suche nach eigenen Produktionsräumen.

Wie läuft das mit dem geretteten Brot?

Viele Bäckereien geben ihr unverkauftes Brot in Verbrennungsanlagen und bekommen noch eine kleine Entschädigung. Knödelkult muss dementsprechend nicht nur moralisch, sondern auch finanziell die attraktivere Verwertungsvariante für Bäckereinen sein. Das Team bekommt das Brot also nicht geschenkt, sondern kauft es den Bäckereien zu einem günstigen Preis ab. So kommt der Preis von 4,50 Euro pro Glas zustande.

Die Knödel-Revolution

Früher hat Oma leckere Knödel zum Sonntagsbraten gemacht – oft für eine ganze Großfamilie. Heute ist der Aufwand für ein bis zwei Portionen oft zu groß. Dadurch ist der Knödel als traditionelles Gericht eher unsexy geworden. Mit neuen Rezepten und einem frechen Auftreten möchte die Manufaktur Knödel ins 21. Jahrhundert katapultieren. Dann muss man sich nur noch zwischen dem knödelkultigen Klassiker „Reloaded“ mit Speck, Bergkäse und Zwiebeln und etwa „Fleischlos glücklich“ mit Karotten, Nüssen und Ingwer entscheiden…

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Snack aus gerettetem Obst

22. August 2016

Jede Frucht ist schön – findet eine Berliner Manufaktur, die aus gerettetem Obst gesunde Snacks herstellt. Die Idee ist simpel und absolut sinnvoll. Denn warum sollte man Essbares wegwerfen, nur weil es nicht mehr dem Schönheitsideal entspricht?

Die Früchte, die das Dörrwerk rettet, würden es mit ihren Druckstellen oder ihrer krummen Form nicht mehr in den Handel schaffen. Sie würden mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Tonne landen. Allein in Deutschland wandern jährlich über 15 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll – davon ist die Hälfte Obst und Gemüse.

Der Arzt Zubin Farahani und der Betriebswirt Jonas Bieber suchten nach einer ökologischen und wirtschaftlich tragbaren Lösung für das Problem – und gründeten die Dörrwerk GmbH. Zunächst als Zwei-Mann-Betrieb in einem Kreuzberger Souterrain konzipiert, haben die Jungunternehmer das Startup innerhalb eines Jahres zu einem lebensmittelproduzierenden Unternehmen gemacht, das jährlich über 200 Tonnen gerettetes Obst verarbeiten kann.

Hauchdünnes Fruchtpapier

Seit Herbst 2014 kaufen Farahani und Bieber Obst mit kleinen Macken direkt bei regionalen Landwirten und Großhändlern zu fairen Preisen auf und verarbeiten es. Dazu werden die Früchte püriert, erhitzt und dann mit warmer Luft zwölf Stunden lang im Dörrofen getrocknet. Die hauchdünnen, knusprigen Blätter mit dem schönen Namen „Fruchtpapier“ bestehen zu 100 Prozent aus Obst und sind somit frei von Zusatzstoffen.

Den Snack für zwischendurch verkaufen die Unternehmer in den Geschmacksrichtungen Erdbeere, Mango und Ananas. Dabei bilden Äpfel stets die Basis, während die exotische Frucht das Aroma liefert. Das Produkt wird inzwischen deutschlandweit in Feinkostläden, im Manufactum Warenhaus sowie im eigenen Online-Shop verkauft.

Neue Snack-Kreationen

Seit Juni 2016 erweitert Philipp Prechtner das Team des Dörrwerks. Der Betriebswirt mit IT-Know-how ist zuständig für Vertrieb und Geschäftsentwicklung. Nun knabbern die drei Unternehmer gemeinsam an ihren Produkten und entwickeln fieberhaft neue Snack-Kreationen im herzhaften Bereich.

Noch in diesem Jahr will die Firma nämlich auch Gemüse-Chips auf den Markt bringen. Die haben es laut Farahani, Bieber und Prechtner in sich: Nicht an Kalorien, dafür aber an Geschmack und Nachhaltigkeit.

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Referenzen

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