Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

Mulch – Schutz für Gartenböden und Balkonpflanzen

24. April 2018

Egal ob Gemüsebeet, Staudenpflanzung, Hochbeet oder Balkonkübel – eine Mulchschicht hilft, den Boden vor Austrocknung, Windverwehung und Auswaschung zu schützen. Was in der Natur ganz von alleine passiert, muss im Beet gesteuert werden.

Beim Begriff „Mulch“ denken viele zuerst an Rindenmulch, den es im Baumarkt und Gartencenter zu kaufen gibt. Mulchen ist aber weit mehr, der Begriff wurde schon vor vielen Jahren im Gartenbau geprägt. Beim Mulchen geht es um nichts anderes als den Boden abzudecken. Dazu werden überwiegend organische Materialien verwendet, die alle das gleiche Ziel haben: den Boden feucht zu halten.

Warum ist Mulch gut?

Diese Methode lebt uns die Natur bereits seit langer Zeit erfolgreich vor. Wälder haben beispielsweise immer eine dicke Schicht aus Laub und Pflanzen zu ihren Füßen und erhalten so einen humusreichen Boden. Für unsere Gärten können wir uns dabei einiges abschauen.

Eine Mulchdecke schützt offenen Boden vor Erosion, Austrocknung, Hitze und Kälte und bringt Nährstoffe ein. Zudem ist Mulch eine sinnvolle Möglichkeit, Gartenabfälle zu nutzen: Rasenschnitt, Stroh, Laub, Gemüsereste und andere Überbleibsel sind dafür gut geeignet. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die Mulchschicht verhindert zu starkes Unkrautwachstum im Garten, was eine enorme Arbeitserleichterung sein kann.

Verschiedene Wirkungen von Mulch

Mulch hält einen leichten, sandigen Boden zusammen, versorgt ihn mit Nährstoffen und hält die Feuchtigkeit. Ein lehmiger Boden hingegen wird eher gelockert, weil Regenwürmer gefördert werden. Sie holen sich die Mulchauflage in ihre meterlangen Gänge und versorgen den Boden so mit gröberem Material und Sauerstoff.

Mulch kann im Gemüsegarten, aber auch im Ziergarten eingesetzt werden. Jedes Mulchmaterial hat dabei verschiedene Vor- und Nachteile und sollte zum Boden und der Bepflanzung passen.

Denn nicht jeder Mulch ist auch für jedes Beet geeignet. Im folgenden Abschnitt erfahrt ihr, wo man am besten welchen Mulch einsetzt.

Welcher Mulch für welches Beet?

Rindenmulch: Entzieht dem Boden Stickstoff und enthält zudem viele Gerbsäuren. Dies schränkt das Pflanzenwachstum ein. Aufgrund möglicher Schwermetall- und Pestizidrückstände solltet ihr vor allem im Nutzgarten auf Rindenmulch verzichten. Kommt der Rindenmulch aus nachhaltiger Waldwirtschaft, ist er aber die richtige Wahl für Wege und für Pflanzen, die sauren Boden brauchen.

Rasenschnitt: Ebenfalls alle Blumenbeete, aber auch Gemüse- und Kräuterbeete freuen sich über Rasenschnitt. Er ist auch geeignet für Erdbeerbeete, aber erst nach der Ernte. Achtung: Rasenschnitt sollte trocken sein.

Stroh: Ist besonders gut für Gemüsebeete, zwischen Erdbeeren und auch im Kräuterbeet nutzbar. Das Stroh muss gut ausgedroschen sein, damit im nächsten Frühjahr kein Getreide im Garten wächst.

Laub: Bietet unter Bäumen, Sträuchern und Stauden eine hervorragende Schutzschicht. Gilt gleichzeitig als Humusspender, wenn sich die Blätter nach und nach zersetzen.

Holzschnitzel: Wird vor allem unter Sträuchern und Bäumen mit üppigen Wurzeln eingesetzt. Nicht geeignet für Jungpflanzen, da die Holzschnitzel den Pflanzenwuchs unterdrücken.

Häckselgut aus Strauchschnitt: Hier dauert die Zersetzung etwas länger, daher sehr gut für Gehölze, Hecken und Beerensträucher geeignet.

Sand, Kies, und Ziegelsplitt: Gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben. Da das mineralische Material nicht zersetzt wird, hat es eine hohe Lebensdauer. Es ist nährstoffarm, was vor allem für Steppenbeete und Pflanzen, die magere Bedingungen brauchen, Vorteile bringt und kann auch auf Wegen eingesetzt werden.

Tipps und Tricks

Als Faustregel hat sich eine Mulchschicht von etwa drei Zentimetern bewährt. Alle Mulchmaterialien dürfen nur auf einen lockeren Boden aufgetragen werden. Sind durch Bodenverdichtung viele Luftporen zerstört, bremst die Mulchdecke zusätzlich die Wasserverdunstung, was sich hemmend auf das Pflanzenwachstum auswirken kann.

Grünes, saftiges Material sollte man vorher antrocknen lassen und dann dünn auftragen, da sich sonst Schnecken ausbreiten können. Im Gemüsegarten kann man gut mit essbaren Untersaaten wie Spinat oder Feldsalat arbeiten. Im Ziergarten können leerstehende Flächen mit Polsterstauden begrünt werden.

Auf brachliegenden Flächen wie abgeernteten Beeten, zwischengelagertem Erdaushub etc. könnt ihr auch Gründüngung einsetzen. Unter Gründüngung versteht man die Bedeckung des Bodens mit lebenden Pflanzen. Lupine, diverse Kleearten, Vogerlsalat, Spinat und Phazelie sind einige Beispiele dafür. Sie lockern den Boden, schützen ihn und die Einjährigen unter ihnen können nach dem Abfrieren in den Boden eingearbeitet werden.

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Fermentieren – Essen haltbar und gesund machen

28. November 2017

Die Amis sind uns mal wieder einen Trend voraus. In Städten wir New York und San Francisco heißt der „neue heiße Scheiß“: Fermentation. Inzwischen wird diese bewusste Umwandlung von Stoffen durch Bakterien, Pilze oder Enzyme auch hierzulande hingebungsvoll praktiziert.

Lebensmittel zu fermentieren ist an sich nichts Neues. Es handelt sich dabei um eine alte Methode, Lebensmittel haltbar zu machen. Beim Fermentieren passiert aber weitaus mehr als nur reines Konservieren.

Das Besondere am Fermentieren ist, dass das Gemüse nicht erhitzt wird und somit alle Nährstoffe erhalten bleiben. Durch den Gärungsprozess entstehen außerdem Milchsäurebakterien, die gut für den Darm sind. Fermentiertes Gemüse gehört daher auf jeden Fall in die Rohkostküche.

Wie fermentiert man Lebensmittel?

Am besten nutzt ihr dafür Gemüse, das gerade Saison hat und dementsprechend regional bei euch verfügbar ist. Das Gemüse wird gründlich gewaschen und dann in Stücke oder Streifen geschnitten, geraspelt, gerieben oder gehobelt. Bewährt haben sich „harte“ Gemüsesorten wie Kohl, Rote Bete, Kürbis, Möhren oder Paprika.

Das Gemüse drückt ihr in einer Schüssel fest zusammen, damit der Saft austritt. Das kann man zum Beispiel mit einem Stößel machen. Dann wird das Ferment mit so viel Wasser aufgefüllt, dass es gerade so bedeckt ist. Je nach Geschmack kann noch Salz hinzugegeben werden. Das Salz fördert das Wachstum „guter“ Bakterien.

Das richtige Fermentationsgefäß

Jetzt kommt das Ferment in ein Fermentationsgefäß. Am besten geeignet sind Gefäße aus Glas oder Keramik, weil diese keine Chemikalien in die Mischung abgeben, welche teilweise ja wochenlang in dem Gefäß verbleibt. Dafür könnt ihr zum Beispiel einen Keramiktopf oder ein Bügelglas nehmen. Wichtig ist, dass das Gemüse zusammengedrückt wird und dass kein Sauerstoff ans Ferment kommt. Gleichzeitig sollten die Gärgase entweichen können.

Wenn ihr einen Topf benutzt, könnt ihr einen beschwerten Teller in den Topf direkt auf das Ferment legen. Der Teller sollte dicht mit dem Topf abschließen. Danach den Topf mit einem Küchentuch abdecken, damit weder Staub noch Insekten eindringen können. Bei einem Bügelglas einfach das Gemüse schön eng ins Glas stopfen. Aber immer darauf achten: Das Gemüse muss unter der Lake bleiben! Die Gummidichtung lässt Gärgase entweichen und verhindert gleichzeitig das Eindringen von Sauerstoff.

Eine Frage des Geschmacks

Das Gefäß wird dann gut abgedeckt bzw. verschlossen bei Zimmertemperatur stehengelassen. Das Gemüse beginnt sofort, zu fermentieren und es gibt keinen Zeitpunkt, an dem das Ferment „fertig“ ist. Das ist allein eine Frage des individuellen Geschmacks. Ihr solltet also einfach zwischendurch mal probieren.

Je länger und langsamer die Fermentation läuft, desto aromatischer ist das Ergebnis und desto mehr gesunde Bakterien können sich ansiedeln. Nach der ersten, heftigen Fermentationsphase, also nach drei bis vier Tagen, ist das Gemüse schon essbar, jedoch läuft die Fermentation auch danach noch langsam weiter.

Was kann fermentiert werden?

Die bekanntesten fermentierten Lebensmittel sind wahrscheinlich Sauerkraut (durch Milchsäuregärung konservierter Weißkohl) und Kimchi (stammt aus der koreanischen Küche – fermentiert werden Chinakohlblätter, Ingwer, Knoblauch, Chili und je nach Rezept weitere Zutaten). Die Milchsäuregärung bringt uns aber täglich Produkte auf den Tisch, die erst durch Fermentation entstanden sind – etwa Joghurt, Buttermilch und Kefir.

Prinzipiell kann jedes Gemüse fermentiert werden. Hier sind einfach etwas Mut, Experimentierfreude und Fantasie gefragt, denn es gibt kaum ein „richtig“ oder „falsch“ beim Fermentieren. Probiert es einfach aus und schaut, was euch schmeckt!

Tipp: Es gibt viele Möglichkeiten, den Geschmack des fermentierten Gemüses zu beeinflussen, zum Beispiel indem ihr Zwiebeln, Knoblauch oder frische Kräuter zum Ferment gebt. Außerdem sorgen Gewürze wie Kümmel, Senf- oder Pfefferkörner für Pepp.

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Referenzen

  • Leseproben