Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

Tipps zur Schneckenbekämpfung im Garten

13. Juni 2018

Wohl jeder Hobbygärtner kennt das Problem: Im Schutz der Dunkelheit kriechen ganze Horden von Nacktschnecken aus ihren Verstecken und machen sich über liebevoll gepflanzte Blumen und Gemüse her. Das kann den einen oder anderen Gartenbesitzer schon mal zur Verzweiflung bringen, denn die Rezepte zur Bekämpfung der Schnecken wirken nicht immer. Oft aber funktioniert die Kombination mehrerer Methoden …

Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte man bei der Schneckenbekämpfung nicht zu eifrig vorgehen. Schnecken sind der Gesundheitsdienst im Garten. Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und sind damit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft. Zudem zersetzen sie Pflanzenreste und helfen so bei der Humusbildung mit.

Diese Nacktschnecken richten Schäden an

Wenn Nacktschnecken jedoch massenhaft auftreten, ist das ein Zeichen dafür, dass das natürliche Gleichgewicht gestört ist. Es empfiehlt sich dann in erster Linie, natürliche Feinde der Schnecken wie Igel, Kröten oder Blindschleichen im Garten zu fördern. Diese Tiere fühlen sich am ehesten in einem naturnah gestalteten Garten wohl.

Wenn ihr es allerdings mit der Spanischen Wegschnecke zu tun habt, bringt diese Maßnahme nicht viel, denn Kröten, Igel und Vögel machen einen Bogen um sie. Die 7 bis 14 cm lange Schneckenart sondert nämlich so viel Schleim ab, dass die Nützlinge daran ersticken würden. Knapp 90 Prozent der Fraßschäden in Gärten stammen von der Spanischen Wegschnecke. Ihre Körperfarbe ist sehr variabel und reicht von braun über rotbraun, rot, orange, grau und grüngrau bis schwärzlich.

Neben der gefräßigen Spanischen Wegschnecke verursachen die kleinen, unscheinbaren graubraunen Ackerschnecken und die Roten Wegschnecken die größten Schäden. Letztere sehen der Spanischen Wegschnecke täuschend ähnlich.

Tigerschnegel nicht bekämpfen!

Einen natürlichen Feind hat die Spanische Wegschnecke doch: den Tigerschnegel, eine 10 bis 20 Zentimeter lange Nacktschnecke aus der Familie der Schnegel. Dieser Nützling vertilgt nicht nur verwesende Pflanzenteile und tote Tiere, sondern auch die Eier der Spanischen Wegschnecke. Tigerschnegel sollten also auf keinen Fall bekämpft werden.

Unter seinen Schneckenkollegen sticht er mit seinem auffälligen Aussehen hervor. Auf hellbeigem Grund weist seine Haut dunkle Flecken und Bänder im Tigermuster auf. Er ist ein gern gesehener Bewohner des Komposthaufens, wo er seine bevorzugte Nahrung in Form von Pflanzenresten findet. An frischem Grün labt er sich jedoch kaum, was ihn zu einem Freund und Helfer im Garten macht.

Bewährte Tipps gegen Nacktschneckenplagen

Um gefährdete Pflanzen herum solltet ihr den Boden möglichst offen halten und nicht oder nur sehr dünn mulchen, damit der Boden abtrocknen kann. Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit – Trockenheit ist deshalb ihr größter Feind. Ein probates Mittel ist es auch, rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk zu streuen. Schnecken meiden raue Oberflächen und der Kalk verätzt ihre Sohle. Bei Regen ist diese Methode aber nur bedingt wirksam oder muss häufig wiederholt werden.

Sehr wirksam, weil schnecken-, aber nicht umweltgiftig, ist auch der Einsatz von Kaffee und Kaffeesatz. Im Fachhandel gibt es zudem sogenannte Schneckenzäune zu kaufen, die von den Tieren nicht überklettert werden können.

Bei starkem Befall ist ein regelmäßiges Absammeln der Tiere sinnvoll. Orte, an denen sich Schnecken gerne verstecken, sind Laubhaufen, Grasschnitt und Totholz. Überall, wo es feucht und dunkel ist, fühlen sie sich wohl. Wer die Verstecke kennt, spart sich langes Herumsuchen im Garten.

Um mit einem Schlag gleich einen Haufen Schnecken absammeln zu können, hat sich die Salatfalle bewährt: Wenn ihr abends einzelne Salatblätter unter hohl liegenden Brettern oder Ähnlichem versteckt, versammeln sich die Schnecken hier, um sich an der Salatbar zu bedienen. Am nächsten Tag könnt ihr sie dann ganz leicht absammeln.

Vorsorge gegen Schnecken im Garten

Im Herbst solltet ihr schon Vorsorge für das nächste Jahr treffen, denn die Schnecken sorgen im Spätsommer und Herbst für ihren Nachwuchs. Jede Schnecke legt bis zu 400 Eier. Die Gelege sollten deshalb aufgespürt und die Eier entfernt werden. Für die Eiablage bevorzugen Schnecken bestimmte Plätze: Unter Pflanzkübeln, in Ritzen und Spalten im Gartenboden, in Erdlöchern oder auch am Wegesrand unter lockeren Steinen.

Die milchig-weißen Eier könnt ihr im Müll entsorgen. Wer will, kann sie aber auch einfach freilegen. Dann vertrocknen sie in der Sonne oder werden von Vögeln aufgepickt. Nach einigen Tagen lohnt sich ein erneuter Blick in die Verstecke, weil Schnecken gern an ihren Lieblingsstellen mehrmals Eier ablegen.

Schlagwörter
, , , ,
Kategorien

Referenzen

  • Leseproben