Johanna Meadows

Nachhaltige Kommunikation

BMXing from Bremen to Durban

Inclusive Project: Sportgarten

14. September 2016

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SPORTGARTEN. The people behind this neighbourhood-funded bike, skate and climbing park in Germany have transported the idea to Durban, SA

“From the very beginning,“ says Ulli Barde, head of inventive German sports initiative Sportgarten, „this has been an inclusive project for all kinds of youngsters, no matter what their age, sex, education, ethnicity, social status or place of residence.”

Young people in Bremen, north-west Germany, lacked space to hang out and play sports together whenever they wanted, especially when it came to skating, BMX and climbing as these sports didn’t qualify for city funding.

“We learned not only to design a facility, but also to get the money to build it,” recalls Barde. “Together with the kids we raised €200,000 through sponsored runs, charity activities, flea markets and other events.” The park opened in 1999 and 200-300 young people now visit every day.

Now the city of Durban in South Africa – the cities are twinned – has adopted the concept to build a South African version. Youngsters from Durban can do internships at Sportgarten while Ulli Barde and his team send interested Germans as volunteers to their partner organisation in the city.

One of these volunteers, Moritz Kistenfeger, spent a year in Durban and was involved in the construction of three bike parks in the Inanda, Ntuzuma and KwaMashu (INK) area 30k north of the city. The area has the second largest agglomeration of poor neighbourhoods in the country.

“The sites give kids the chance to learn and practice biking in a safe environment with professional coaches,“ says Moritz. „Later they will be able to do their homework under supervision in classrooms on these sites.”

The programme is open to everybody and is free of charge. “The sites have already become a real venue for young people: they can’t wait to be on the tracks,” explains Moritz. “That’s because there are basically no alternatives in the area. In other parts of the city with a mainly white population, you have huge facilities with ten gardeners and a view of the Indian Ocean. I’ve never seen a contrast like that before.”

“I learned a lot while working in this project – mainly that there are other ways of doing things. Because it’s sometimes not as organized as in Germany, I had to learn to be patient and more creative in solving problems,” sums up Moritz Kistenfeger.

Sandile Maphumolo from Durban also experienced a new culture when coming to Germany. “At first I was quite put off because I found it unwelcoming. In time I learned to understand that every culture is different and I need to adjust to the system and enjoy the experience.”

Besides the exchange with Durban, Ulli Barde constantly talks to sponsors, organizes big events and establishes new cooperative projects. The latest Sportgarten venture is the construction of an indoor skate park in downtown Bremen – with a difference.

The skate park will be combined with a digital media centre so kids can work creatively together in designing urban venues, making videos and using a laser cutter. “The technology also helps in getting young people to take part in decision-making processes,” says Barde. “It’s easier to discuss ideas when the kids can plot out their models with the laser cutter and make them tangible. I’m always interested in bringing together different groups, in this case skaters and computer nerds.“

Meanwhile the Sportgarten’s techniques are getting international recognition: the EU has included them in next month’s European Week of Cities and Regions. „We will present Sportgarten and discuss with the other countries how cities are addressing the challenge of urban poverty through inclusion, education and social innovation initiatives,” says Ulli Barde. “We are excited to learn from other innovative projects and to share our expertise.”

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MITTENDRIN

Das Info-Magazin der GEWOBA

18. Oktober 2014

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Im Einsatz für die ältere Generation: Das Magazins MITTENDRIN gibt Senioren Anregungen, ihr Leben aktiv zu gestalten.

Im Alter nicht vereinsamen, sondern teilhaben an der Gesellschaft und so lange es geht eigenverantwortlich leben – das sind Themen der MITTENDRIN. Das Mietermagazin der Bremer Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA erscheint dreimal jährlich in einer Gesamtauflage von 20.800 Exemplaren. Als Projektleiterin und Redakteurin begleite ich den Produktionsprozess von Anfang bis Ende: Ich recherchiere Themen, beauftrage geeignete Texter, briefe die Fotografen, schreibe und redigiere Artikel, überprüfe Satz und Layout. Ein prägnantes Merkmal des Magazins sind die Titelgeschichten, in denen jedes Mal eine bekannte Persönlichkeit mit Bremen-Bezug portraitiert wird. So schmückten bereits Henning Scherf, James Last, Dirk Busch, Hans-Dietrich Genscher sowie Uli Beckerhoff den Titel.

Unternehmenspolitik auf Nachhaltigkeit ausgerichtet
Die GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen setzt sich für soziale Stadt- und Quartiersentwicklung in Bremen und Bremerhaven ein. Mit rund 42.000 verwalteten Wohnungen und Gewerbeimmobilien ist sie der größte Anbieter von Mietwohnungen in Bremen, Bremerhaven und Oldenburg. Das Unternehmen verbindet wirtschaftliches Wachstum mit Klimaschutz und sozialem Gewissen: Es verpflichtet sich selbst zum Deutschen Corporate Governance Kodex, bietet kostenlose Energie-Spar-Checks und wohnbegleitende Services für ältere Mieter an.

www.gewoba.de
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Zugang zu Therapie und Bildung schaffen

AGEH-Fachkraft in Kenia

1. September 2014

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Einen typischen Alltag hat Jutta Wermelt in Kenia nicht. Die Ergotherapeutin arbeitet in dem ostafrikanischen Land als integrierte Fachkraft für die Organisation Special Education Professionals (SEP). Mit einem multi-disziplinären Team setzt sich die NGO für Bildung, Rehabilitation und Gesundheitsfürsorge in Kenia ein.

„Jeder Tag sieht anders aus“, sagt die Entwicklungshelferin. Im Rahmen ihrer Teilzeitstelle beschäftige sie sich hauptsächlich mit der Organisationsentwicklung: Policy-Entwicklungen, strategische Planung und Planung von Workshops für Eltern mit behinderten Kindern. Finanziert wird Jutta Wermelts Mitarbeit von der Bethlehem Mission Immensee, für die sie ebenfalls tätig ist: Mit einer weiteren Teilzeitstelle ist sie die Landeskoordinatorin in Kenia und derzeit für sieben Fachkräfte verantwortlich.

Die Entwicklungszusammenarbeit interessiert Wermelt schon seit Jahren. „Ein Einsatz im Ausland ermöglicht das Kennenlernen und Verstehen von anderen Wertvorstellungen, fremden Lebensumständen und Kulturen“, so die 42-Jährige. „Das Leben und Arbeiten in einem globalen Kontext bietet Herausforderungen, aber auch immer lohnende und befriedigende Erfahrungen im Rahmen einer sinnvollen Tätigkeit.“ Die kenianische Organisation SEP arbeitet überwiegend mit Freiwilligen zusammen. Derzeit gibt es drei Vollzeitkräfte, Jutta Wermelt als Teilzeitkraft, sowie über 45 Freiwillige, zu denen auch die Leitung und stellvertretende Leitung gehören.

Jutta Wermelt engagiert sich auch in den Partnerprojekten von SEP, begleitet und evaluiert laufende Projekte und bildet SEP-Mitarbeiter weiter. Außerdem kommen Konsultationen von Eltern mit behinderten Kindern hinzu. In der Republik am Indischen Ozean werden Fachkräfte wie Wermelt dringend gebraucht: „Das Gesundheitswesen in Kenia hat zwar in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, ist allerdings von nachhaltiger Versorgung noch weit entfernt“, erklärt die Ergotherapeutin. Dies liege an zu wenig ausgebildetem Personal und schwachen Gesundheitssystemen. „80 Prozent der Menschen mit Behinderungen lebt in Entwicklungsländern“, führt Wermelt fort. „Jeder Fünfte der weltweit ärmsten Menschen ist behindert.“

Die Organisation SEP versucht daher, die Situation in Kenia zu verbessern, indem sie den Zugang zu Therapie und Bildung vor allem für benachteiligte Familien ermöglicht. Der Hauptfokus liegt auf Schulungen von Therapeuten und Lehrern sowie Community-Mitgliedern. „Durch meinen beruflichen Hintergrund kann ich SEP bei einem Wissenstransfer systematisch unterstützen – von einfachen Prozessen bis hin zu Projekten mit internationalen Organisationen“, so Jutta Wermelt.

In Zusammenarbeit mit ihren Kollegen konnte Wermelt in den vergangenen Jahren Netzwerke mit anderen NGOs aufbauen, die ebenfalls im Behindertenbereich tätig sind. „Wir konnten gemeinsam mehrere Awareness-Tage in einkommensschwachen Gebieten durchführen. Daraus resultierte eine therapeutische sowie schulische Beratung für Familien mit behinderten Kindern“, berichtet die Entwicklungshelferin. Außerdem habe sich die Anzahl an Workshops mit unterschiedlichen Themenbereichen erhöht. Dies ermögliche einkommensschwachen Familien einen verbesserten Zugang zu therapeutischen Interventionen. Workshops und Trainings würden nun systematischer durchgeführt.

So ist Jutta Wermelts Arbeit vor Ort immer wieder von vielen positiven Gegebenheiten geprägt. „Mich persönlich freut die Entwicklung meiner jungen kenianischen Kollegen sehr, die offen ihre Fortschritte und Herausforderungen teilen. Die direkten Auswirkungen von Schulungen zu sehen, ist sehr befriedigend.“ Ein Beispiel ist eine junge kenianische Ergotherapeutin: Sie habe sich über Schulungen und „Training of Trainers“ beruflich und persönlich so erfolgreich weiterentwickelt, dass sie nun selbst Schulungen und Fortbildungen durchführt und eine wichtige Position in der Organisation innehat. Ein weiteres positives Erlebnis: Durch die Netzwerkarbeit wurden Fördergelder genehmigt, mit denen SEP nun in fünf Community-Projekten über zwei Jahre lang Workshops und Schulungen für Mütter und Betreuer von Kindern mit Behinderung durchführen kann.

Neben den erfreulichen Erfahrungen bei einem Einsatz in der Entwicklungszusammenarbeit gibt es aber auch immer Herausforderungen. „Es ist sehr wichtig, sich abzugrenzen von der manchmal überwältigen Not und Armut, die in Kenia herrschen“, sagt Jutta Wermelt. „Ohne gute Abgrenzung entwickelt man Zynismus oder verfällt in eine Hilflosigkeit, die einem die Sicht auf jene Dinge verschränkt, die gut laufen.“ Ebenso entscheidend sei es, täglich eine gewisse Portion Gelassenheit und Ausgeglichenheit mitzubringen, um den teils schwierigen Arbeitsbedingungen zu begegnen. „Ich empfinde es als sehr interessant, mein fachliches und praktisches Wissen mit den interkulturellen Herausforderungen zu vereinen“, verrät Wermelt. „Es ist ein Balance-Akt, sich kulturell anzupassen, aber auch Anstöße zu Veränderungen zu geben.“ Die Zusammenarbeit mit ihren einheimischen Kollegen mache ihr viel Freude. Der interkulturelle Austausch sei hierbei äußerst wichtig: „Nur so habe ich die Möglichkeit, den lokalen Kontext immer besser zu verstehen und einen Beitrag zum wirkungsorientierten Arbeiten zu leisten.“

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„Ein Charakter, der die Leute berührt“

Willi Fliedl malt und filmt, um sich auszudrücken: Ohne sprechen zu können liebt er den Kontakt zu Menschen

1. September 2013

HUCHTING. Willi Fliedl ballt die Hand mit den rot lackierten Fingernägeln zur Faust und dreht sie in der Luft. „Wenn es nach ihm ginge, wäre er Vielflieger“, erklärt Bernd Dabow, der seit 23 Jahren Freund und Betreuer des Schwerstbehinderten ist. Die beiden unternehmen viel zusammen, denn Fliedl ist am liebsten unterwegs – in der Stadt ist er bekannt wie ein bunter Hund.

Willi Fliedl ist Optimist. Seine aufgeschlossene und fröhliche Natur lässt vermuten, dass er nur noch selten an seine Tage in der Langzeitpsychiatrie Kloster Blankenburg zurückdenkt. „Körperlich gesehen hatte Willi früher nur eine Gehbehinderung“, weiß Gunnar Zropf aus den Akten. Der Leiter der Tagesstätte, in der Fliedl heute betreut wird, hat selbst erfahren, wie sein Klient damals behandelt wurde. „Er musste die ganze Zeit liegen. Und zwar im hintersten Zimmer der geschlossenen Abteilung, im allerletzten Bett.“

Durch die mangelnde Bewegung wurden Fliedls Gelenke steif und seine Muskeln und Sehnen verkürzten. Heute ist er nur noch in der Lage, seinen linken Arm zu benutzen. Mit diesem kommuniziert er – richtig sprechen kann der 68-Jährige nicht.

Nach der Auflösung des Klosters vor 25 Jahren zog Willi Fliedl ins Wohnheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an der Amersfoorter Straße 8. Seine Tage verbringt der freiheitsliebende Mensch in der benachbarten Tagesstätte, wo er beim projektorientierten Lernen teilnimmt. Dabei ergeben sich für Fliedl viele Möglichkeiten, seinen Hobbies – dem Malen und dem Filmen – nachzugehen.

„Als sich seine Gruppe mit dem Thema ‚Von der Kuh zur Milch‘ beschäftigte, filmte Willi die Ausflüge zum Bauernhof“, erläutert Bernd Dabow, der sich selbst als Fliedls rechte Hand bezeichnet. Der gelernte Erzieher versteht die Laute und Gestik des Schwerstbehinderten wie kein Anderer. Auch bei Feiern und Projektabschlüssen ist Fliedl zur Stelle. Die Videokamera, die er von seinem Halbbruder geschenkt bekommen hat, wird dann hinter Fliedls Kopf am Rollstuhl befestigt. „Das ist sehr interessant, weil wir dann nachher alles aus seiner Perspektive sehen können“, sagt Gunnar Zropf.

Für Willi Fliedl sei das eine Möglichkeit, sich auszudrücken und Anerkennung zu bekommen, so der Leiter der AWO-Einrichtung. Jeden Dienstag ist Fliedl zudem im Blaumeier-Atelier, wo er sich mit Malerei, Schauspiel und Musik beschäftigen kann. Bei Ausstellungen des Ateliers konnte der kontaktfreudige Mann bereits zwei von ihm bemalte 1,80 mal 1,80 Meter große Leinwände verkaufen. Mit dem Erlös erfüllte er sich seinen Traum und flog mit einem Flugzeug nach Berlin. Bei der Erinnerung erstrahlt das junge Gesicht des 68-Jährigen und er nickt zustimmend.

Fliedls liebste Tätigkeit aber ist es, unterwegs zu sein und Menschen zu treffen. „Eine Handbewegung nach vorne und ich weiß Bescheid – Willi will los“, lacht sein Betreuer. Also geht es täglich mit Bus und Bahn in die Innenstadt, die Wallanlagen, zur Waterfront oder an den Werdersee.

Und dabei passiert etwas, das den Erzieher immer wieder zum Staunen bringt: „Willi hat eine Gabe, mit Menschen in Kontakt zu treten. Er ist ein Charakter, der auf Leute einen Eindruck macht und etwas in ihnen berührt.“ So komme es, dass Fliedl etwa beim Durchqueren der Sögestraße alle paar Meter gegrüßt werde. „Willi kommuniziert auf seine eigene Art, und zwar mit Deutschen wie mit Türken und Afrikanern, mit Kindern wie mit Älteren“, sagt Bernd Dabow. „Wenn Inklusion einen Namen hätte, dann wäre es Willi Fliedl.“

Ein bis zwei Mal im Monat unternimmt der Betreuer auch außerhalb seiner Dienstzeit etwas mit seinem Klienten, der inzwischen vielmehr ein Freund geworden ist. „Wir gehen zu Spielen der zweiten Fußballmannschaft von Werder Bremen, zum Handball oder ins Theater“, so Dabow. Er kennt Fliedl mehr als gut, weiß, dass dieser einen großen Gerechtigkeitssinn hat, dass er sehr gerührt sein kann, dass er gern Kartoffelbrei isst und seinen Kaffee mit zwei Stücken Zucker und Milch trinkt.

„Und, was machen wir heute noch?“, fragt Dabow. Willi Fliedl gibt ihm ein Zeichen, das „filmen“ bedeutet. „Genau, wir wollten uns noch sein Filmmaterial anschauen“, erinnert sich der Erzieher. Denn als das Bürger- und Sozialzentrum sowie die AWO-Einrichtungen auf dem Gelände kürzlich ihr 25. Jubiläum feierten, war Fliedl natürlich dabei und hielt seine ganz persönlichen Eindrücke fest.

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Bio + fair = mehr?

Bremen Global Championship: 300 Schüler nehmen an umweltpolitischem Turnier teil

2. Juni 2013

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BREMEN. Welchen Weg legt eine Jeanshose zurück und unter welchen Bedingungen wird eigentlich Coltan für unsere Handys abgebaut? Mit diesen Fragen beschäftigten sich elf Klassen aus Bremen beim Global Championship 2013. Das Motto in diesem Jahr: „Bio + fair = mehr?“ Ziel war es, dass sich Jugendliche eine eigene Meinung zu gerechten Produktionsbedingungen bilden konnten.

„Wir wollen nicht, dass die Mädchen und Jungen nachbeten, was wir sagen“, erklärt Christopher Duis vom Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk. „Vielmehr sollen sie sich Gedanken darüber machen, was sie gut und was sie schlecht finden.“ Beim Projektauftakt im März wurde jeder Klasse ein Land zugelost, mit dem sich die Schüler in der Folge unter den Gesichtspunkten Bio und fairer Handel auseinandersetzten.

Die Veranstalter, unter anderen das entwicklungspolitische Netzwerk, Brot für die Welt, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie Unicef schickten Referenten in die Klassen, um den Teilnehmern thematische Anregungen zu geben. „Wir besuchten die Schüler zum Beispiel mit Experten aus Senegal, Kamerun und Brasilien“, so Duis.

Zudem arbeiteten die Jugendlichen in den vergangenen Wochen an einem eigenen Projekt. „Uns war es wichtig, dass die Idee eine Außenwirkung hat, dass sie unter dem Motto „Bio + fair = mehr?“ steht und mit dem jeweiligen Land zu tun hat“, erklärt Duis weiter. Herauskamen etwa eine Schülerzeitung sowie selbstgedrehte Videos.

In dieser Woche versammelten sich die rund 300 Teilnehmer zum abschließenden Fußballturnier im Stadtgarten. Den Wettbewerb trugen die Klassen aber auch an verschiedenen dort aufgebauten Stationen aus. Bewertet wurden dabei Teamgeist, Fairplay, Wissen, Cleverness und Engagement.

So gab es etwa eine Bananen-Station, an der die achten Jahrgänge den Unterschied zwischen einer herkömmlichen und einer Bio-Plantage kennenlernten. An einer Koch-Station halfen die Schüler dem Schulküchenverein, Bioessen für alle zuzubereiten. Außerdem erfuhren sie, wie es ist, nur bei Kerzenschein zu nähen.

„Am meisten hat mir das Fußballspiel gefallen“, erzählt Jannes Krogmann aus der achten Klasse des Gymnasiums Horn. Aber auch die inhaltlichen Aspekte schienen bei ihm und seinen Kameraden einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. „Es war interessant, die Bedingungen in einer Coltan-Mine kennenzulernen“, sagt Mats-Michel Evers. „Mit Hammer und Meißel in eine harte Wand zu schlagen und Säcke voll Steine zu schleppen, ist ganz schön anstrengend.“

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„Es entstand eine sortierte Stadt“

BREMER-ANZEIGER-Interview mit Wendelin Seebacher über das Schicksal Osterholz-Tenevers

3. März 2013

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OST. Schon während der Bauphase in den 70er Jahren wurde Osterholz-Tenever als „Klein-Manhatten“ bezeichnet. Riesige Betonberge entstanden damals auf Wiesen und Feldern. Wendelin Seebacher, seinerzeit als Stadtplaner dabei, spricht im Interview mit dem BREMER ANZEIGER über das Scheitern des großangelegten Projekts. Sein neues Buch zur Geschichte des Demonstrativ-Bauvorhabens präsentiert er am Dienstag.

BREMER ANZEIGER: Herr Seebacher, Sie arbeiteten von 1965 bis 1972 im Stadtplanungsamt. Hatten Sie Einfluss auf die Baupläne?
Wendelin Seebacher: Ach, als frisch diplomierter Städtebauer mit junger Familie … Ich hab schnell gesehen: Alle machten da mit: Senat, Beirat, Ortsamt, Politik, die Baugesellschaften. Da war ich ein Nichts. Ich hab mich fürchterlich geärgert über das, was da geschehen ist.

Wer hat am meisten von dem Vorhaben profitiert?
Die Grundstücksverkäufer, wie immer. Die Nordwestdeutsche Siedlungsgesellschaft (NWDS) hatte von dem vielen Bauland der Nachkriegszeit in Bremen nichts abbekommen. Die hat sich dann überall Grundstücke zusammengekauft, unter anderem Osterholz-Tenever, für abartig viel Geld. Nun war das ja landwirtschaftliche Nutzfläche, die konnte man nicht einfach so bebauen. Da hat man dann ein Demonstrativ-Bauvorhaben erfunden.

Was genau bedeutet denn Demonstrativ-Bauvorhaben?
Wegweisend neue Wohnviertel gestalten. Richtlinien waren etwa: familienfreundlich, vernünftige Wohnlage, preisgünstig. In Tenever war es ein Vorhaben ausschließlich für Menschen innerhalb einer gewissen Einkommensgrenze.

Und wer hat entschieden, wer dort wohnen durfte?
Das war der öffentlich geförderte Wohnungsbau. Mit der Wohnungsnot nach dem Krieg war der Gedanke, viel geförderten Wohnraum anzubieten, an sich ganz richtig. Aber wenn man ein Viertel ohne jede Nachbarschaft baut, leben die Menschen dort isoliert. Und wer mehr verdiente, musste ausziehen. Also konnte sich Tenever sozial gar nicht durchmischen. Es entstand eine sortierte Stadt.

Woran ist das Projekt letztendlich gescheitert?
Zuerst waren 2500 Wohnungen vorgesehen. Ich hatte damals die Kosten für Schulen, Kitas und Erschließung berechnen müssen. Heraus kam, dass die Stadt 33 Millionen hätte zahlen müssen. Damit die Politik zustimmt, hat der Bausenator das auf 15 Millionen runterrechnen lassen. Es fehlten also schon 18 Millionen. Dann kam Professor Dietrich aus Nürnberg, von der NWDS geholt, und hat gesagt, das verdichten wir auf 4500 Wohnungen. Das heißt, man hatte dann für 4500 Wohnungen nur 15 Millionen öffentliche Mittel.

Welche Visionen verfolgten die Verantwortlichen?
Seufzt. Professor Dietrich hat den Leuten erzählt, was da für Wohltaten entstehen: Spielplätze, Servicehäuser, grüne Dachterrassen mit Liegestühlen und Duschen. Es wurde eine solch schöne Welt versprochen. Nur, kein Pfennig davon war finanziert, das waren richtig leere Versprechungen.

Konnte das Projekt zu Ende gebaut werden?
Nein. Als die ersten Häuser 1973 bezogen wurden, hat man festgestellt, dass alles zu dicht, zu hoch und zu weit ab von der Stadt war. Und das Geld war einfach nicht da. Nur die Hälfte konnte gebaut werden. Und dann war es über Jahrzehnte ein gemiedenes Viertel. Am Schluss standen 1000 Wohnungen leer, es war verwahrlost, es war nicht mehr beherrschbar.

Bis zum Rückbau …
Ja, das hat der Senat 2000 zusammen mit der Gewoba, die Teileigentümerin war, beschlossen. 900 Wohnungen wurden abgerissen und die Dichte aufgelockert. Da haben sich Leute ganz viel Mühe gegeben. Ich war sehr überrascht, dass das gelungen ist und da hab ich gedacht, jetzt schreibst du das endlich mal zusammen. Die Geschichte ist Krimi und Tragikomödie in einem, mit einem mehr oder weniger glücklichen Ende.

Wendelin Seebacher stellt sein Buch „… das machen wir nicht wieder“ am Dienstag, 5. März, ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung Leuwer, Am Wall 171, vor.

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Marathon gegen die Abhängigkeit

Andreas Böll findet bei der Drogenhilfe Neues Land zum Glauben und läuft der Sucht davon

28. Oktober 2012

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BREMEN. In der christlichen Drogenhilfe Neues Land können ausstiegsorientierte Suchtkranke vorübergehend wohnen. Zum Beispiel nach einer Therapie und bevor sie eine eigene Wohnung gefunden haben – wie im Fall von Andreas Böll. Die Einrichtung, sein Glaube an Gott und der Sport haben ihm geholfen, die Drogen aufzugeben.

„Ich wollte noch mal ganz von vorne anfangen“, sagt Andreas Böll und bezieht sich auf die Zeit, als er in die Übergangseinrichtung des Vereins Neues Land, das Haus „Beth Manos“ am Dobben, kam. Das war im Juni 2010 als er gerade eine weitere Entzugskur in einer Klinik hinter sich hatte. Dort lernte er Marianne Richter kennen, die Leiterin des Hauses. „Sie hat mir sehr geholfen. Ich war damals dreiviertel tot.“

Böll wuchs in Kinderheimen auf, hat zwölf Jahre wegen Raub- und Gewaltdelikten im Gefängnis gesessen und eine Drogenkarriere hinter sich, die wenig ausgelassen hat. Heroin, Kokain, Schlaftabletten, Alkohol – an seiner starken Abhängigkeit konnten auch unzählige Drogenentgiftungen nichts ändern. Bis der gebürtige Westfale eine Art Zuhause in der Hilfseinrichtung Neues Land fand. Er entschied sich, eine weitere, letzte Therapie zu machen.

„Ich habe mich zum ersten Mal nicht fremdmotiviert gefühlt, ich wollte es aus eigenem Willen schaffen.“ Er sei damals psychisch und physisch so am Boden gewesen, dass er es als „Bewahrung“ empfindet, noch am Leben zu sein.

Seit zwei Jahren clean
Nicht nur die Drogen haben dem 45-Jährigen beinahe das Leben gekostet. 1988 steckte er sich mit Hepatitis C an. 2004 kam die Diagnose HIV-positiv. Vier Jahre später erkrankte er an Lymphknotenkrebs. Aber er erholte sich, immer wieder gewann er den Kampf. Seit zwei Jahren ist Böll clean. Nach der letzten einjährigen Therapie kam er noch einmal in die Übergangseinrichtung am Dobben zurück. Nun hat er eine eigene Wohnung gefunden und wird demnächst ausziehen.

„Während der Entzugszeit ging es mir sehr schlecht, ich war traurig, einsam und depressiv“, erzählt Böll. Er fing an, sich Herausforderungen zu suchen und Ziele zu setzen. „Sport war für mich das beste Antidepressiva.“ Irgendwann ging er täglich joggen, mit dem Ziel, beim Bremen-Marathon 2011 mitzulaufen. Anfangs schaffte sein Körper nur zwei Kilometer am Stück. „Vor der Therapie hatte ich ja auch 50 Zigaretten am Tag geraucht.“

Aber nach sieben Monaten harter Arbeit lief Andreas Böll die 42 Kilometer – für das Haus „Beth Manos“. „Als ich das erste Mal in die Einrichtung kam, hatte ich mir den Marathonlauf fest vorgenommen. Ich wollte etwas zurückgeben.“ Auch in diesem Jahr setzte Böll sich wieder Ziele: Am 15. September lief er beim Spendenlauf für die Drogenhilfe Neues Land mit – ganze 48 Kilometer. Damit brachte er dem Verein rund 1000 Euro ein. Nur drei Wochen später lief er erneut beim Bremen-Marathon mit.

Auf viel Unterstützung angewiesen
Ob sein stabiler Zustand so bleibt, sei immer ohne Gewähr. „Ich werde aber dranbleiben“, sagt Böll. Nach einem Entzug sei es für Drogenabhängige wichtig, den Alltag zu meistern. Dabei würde in seinen Augen ein Nachsorgehaus Sinn ergeben. Diese Meinung teilt auch „Beth Manos“-Leiterin Marianne Richter. „In unserer Übergangseinrichtung bleiben die Bewohner bis zu zwölf Wochen“, so Richter. Aber gerade nach einer Therapie würden sich neue Herausforderungen stellen und die Betroffenen wären weiterhin auf viel Unterstützung angewiesen.

„Ich würde mir eine Wohngemeinschaft zusammen mit Betreuern wünschen“, führt Richter weiter aus. Der familiäre Charakter habe eine therapeutische Wirkung. Das zeige ihre Erfahrung im Haus, in dem die Mitarbeiter zum Teil auch wohnten. Böll ergänzt: „Wer eine Lebensgeschichte wie ich hat, der fühlt sich wie ein verlorener Sohn und möchte einfach mal ankommen.“ In einer solchen WG könne man sich gut aufgehoben fühlen.

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„Tempo aus dem Alltag nehmen“

In der Stadt vermehrt sich der gemeine grüne Daumen – immer mehr Urban-Gardening-Projekte

24. Juni 2012

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BREMEN. Urban Gardening – was ist das eigentlich? Projekte zum städtischen Gärtnern, wie es zu Deutsch heißt, finden sich in der ganzen Stadt. Die Ideen und Initiativen könnten unterschiedlicher kaum sein. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: die Nähe zur Natur.

Ob Verkehrsinseln, Brachflächen, Gartengemeinschaften oder Familiengärten – das städtische Gärtnern kennt keine Grenzen. Abzuheben ist es vom sogenannten Guerilla Gardening. Diese Form der Bepflanzung des öffentlichen und privaten Raums geschieht nämlich in der Regel unerlaubt und unorganisiert. Urban-Gardening-Projekte hingehen sind legale Aktionen, die meist von gemeinnützigen Vereinen getragen werden. Viele von ihnen verfolgen neben dem bloßen Ziel, zu Gärtnern und mit der Natur in Kontakt zu kommen, auch eine soziale Komponente.

Kommunikation anregen
So bepflanzt der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja) mit Kindern und Jugendlichen öffentliche Plätze wie etwa verwahrloste Verkehrsinseln. Die Aktionen in der Vahr dienen nur zum Teil der Stadtverschönerung. Wiebke Jopp erklärt, worum es noch geht: „Wir wollen die Schüler anregen, sich mit ihrem Quartier zu identifizieren und bei seiner Gestaltung mitzuwirken.“ Das gemeinsame Gärtnern rege die Kommunikation untereinander, aber auch mit anderen Bewohnern des Stadtteils an.

Schnupper-Gärten
Wer einen Blick vom Osten in den Westen wirft, wird feststellen: Auch dort wird urban gegärtnert. Der Verein der Gartenfreunde „Am Mittelwischweg“ etwa startete in diesem Jahr ein neues Projekt im Kleingartengebiet In den Wischen. Es werden verschiedene Gartenformen und offene Treffs auf leer stehenden Parzellen angeboten. Dabei besteht die Möglichkeit, an einem Wochenende Kurzzeitferien im Kleingarten zu machen und so einmal ins Gärtnern hineinzuschnuppern.

Ein weiteres junges Projekt richtet sich speziell an Kinder, die in der Umgebung der Überseestadt zur Schule gehen. Der Verein Hafenschulgarten möchte Heranwachsenden den biologischen Anbau von Nutzpflanzen näherbringen: „Wir bewirtschaften eine städtische Brachfläche, legen gemeinsam Beete an und informieren über die einzelnen Pflanzen“, erklärt Sebastian Tischendorf. Aktuell werde eine Garten-AG mit einer zweiten Klasse der Grundschule Nordstraße durchgeführt.

Auf der anderen Weserseite, in Woltmershausen, konzentriert sich der Verein Effektive Mikroorganismen (EM) darauf, chemiefrei zu gärtnern und einen guten Nährboden für Pflanzen zu entwickeln. Aktiv tut er dies auf einer Brachfläche vom Umweltbetrieb Bremen, die zusammen mit dem Kleingärtnerverein „Fortschritt“ bepflanzt wird. EM informiert über die Wirkungsweise und Anwendungsmöglichkeiten regenerativer Mikroorganismen und will dazu in Zukunft auch Praxis-Seminare anbieten. „Derzeit suchen wir noch Menschen, die Lust haben, beim Verschönern der Fläche mitzuwirken“, so Danja Blümel von EM.

Entschleunigung
„Die Gründe für städtisches Gärtnern sind vielfältig“, sagt die Historikerin Kirsten Tiedemann. Manche protestieren gegen die Skandale in der Nahrungsmittelproduktion, andere haben die Stadtentwicklung im Fokus. Ob Globalisierungskritiker, Anarchisten oder Umweltaktivisten: Letztendlich gehe es auch darum, Tempo aus dem Alltag zu nehmen, einen Ausgleich zu finden und gemeinsam kreativ zu sein.

Wer Lust bekommen hat, seinen grünen Daumen zu erforschen, kann sich an den Verein Ökostadt Bremen wenden. Im Kulturzentrum Lagerhaus haben Mitglieder verschiedener Vereine eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema Urban Gardening gegründet. Der Zusammenschluss verfolgt das Ziel, eine Plattform zur Bündelung von Ideen zu schaffen.

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Boris Becker besucht die „Kicking Girls“

Grundschule am Pastorenweg gewinnt Integrationspreis / Fußball-AGs für Mädchen mit Migrationshintergrund

4. März 2012

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GRÖPELINGEN. Integration durch Fußball – das hat sich die Grundschule am Pastorenweg zum Ziel gesetzt. Sie führt Mädchen mit Migrationshintergrund an den Sport heran und gewann dafür kürzlich den Integrationspreis des Deutschen Fußballbundes. Am Mittwoch besuchte Tennislegende Boris Becker das soziale Projekt.

„Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern“, sagte Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela im Jahr 2000. Diesen Gedanken verfolgt auch die Laureus-Stiftung „Sport for Good“. Sie setzt sich seit über zehn Jahren für sozialen Wandel ein. In Bremen unterstützt sie das Projekt „Kicking Girls“ der Grundschule am Pastorenweg, bei dem es darum geht, Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund für den Teamsport Fußball zu begeistern. Dafür gewann die Schule Anfang Februar den Integrationspreis und erhielt einen Mannschaftsbus im Wert von 45.000 Euro.

Um der Idee noch mehr Aufmerksamkeit zu verleihen, besuchte am Mittwoch Tennislegende Boris Becker die Gröpelinger Schule. Er ist selbst Vorstandsmitglied und Botschafter der Stiftung. „Es ist wichtig, dass Kinder auf verschiedenen Ebenen lernen miteinander umzugehen und auch außerschulische Erfolgserlebnisse haben“, so Becker.

Die siebenjährige Sydney Zoey Bittner, deren Eltern aus Polen stammen, erzählt, dass sie schon viele Freunde über das Fußballspielen kennengelernt habe. „Meine kleine Schwester beschäftigt sich lieber mit ihren Barbies, aber Sport finde ich besser.“

14 unterschiedliche Nationen seien an der Schule vertreten, so Rektorin Birgit Busch. „Aber der Sport verbindet die Kulturen. Auch die Lernmotivation wird durch den Mannschaftssport gestärkt.“ Zudem gehe es laut Stefanie Möllenkamp, Geschäftsführerin der Laureus-Stiftung in Deutschland, darum, „Mädchen die Möglichkeit zu geben, aus ihren traditionellen Rollen herauszukommen und Emanzipation durch Sport zu erreichen“.

Projektleiter Ulf Gebken vom Institut „Integration durch Sport und Bildung“ an der Carlvon-Ossietzky Universität Oldenburg freute sich über die Entwicklung der Initiative am Pastorenweg. „Derzeit bieten wir drei Mädchen-AGs an. Es gibt aber eine so große Nachfrage, dass wir sechs eröffnen könnten.“ Neben dem Kicken in der Schule sei aber auch die Teilnahme an Turnieren eine wichtige Erfahrung für die Kids: Im Wettkampf komme es auf viel Willenskraft und Teamgeist an.

Incinur Ekinci nimmt gern an Turnieren teil, auch weil ihre Eltern dann zum Zugucken kämen und sie anfeuerten. „Ich habe Fußball erst in der Schule kennengelernt. Der Sport macht mir total viel Spaß, ich trainiere jede Woche einmal“, berichtet die Siebenjährige mit türkischem Migrationshintergrund.

Ziel des Projekts, das in den kommenden drei Jahren auf 30 Schulen in ganz Deutschland ausgeweitet wird, ist es, die Mädchen langfristig für den Sport zu begeistern.

Zum Schluss seines Besuchs kickte Boris Becker noch ein wenig mit den Kindern in der Turnhalle. Dass die Kleinen es mit einem ehemaligen Tennisstar zu tun hatten, war den meisten wohl kaum bewusst. Ihre Aufmerksamkeit lag ganz auf dem rollenden Lederball.

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Bremer Initiative weckt Lust am Lesen

Preisverleihung: Grundschüler gewinnen mit selbst geschriebenen Geschichten Büchergutscheine

31. Dezember 2011

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MITTE. Lesen fördert nicht nur das Sprachvermögen, es regt auch die Fantasie und Kreativität an. So sieht es die Initiative Leselust und rief Grundschüler auf, selbst Geschichten zu Papier zu bringen. Die Besten erhielten nun im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung Büchergutscheine zur Aufstockung der Schulbibliothek.

„Guten Tag Herr Präsident, meine Damen und Herren“, beginnt Moderator Dirk Böhling immer wieder seine Ansprachen im Plenarsaal der Bremischen Bürgerschaft. Allerdings sitzen vor ihm keine Politiker, sondern Dutzende Grundschüler, die sich köstlich über den Schauspieler, Regisseur und Autor amüsieren. Böhling ist Botschafter für die Bremer Leselust, eine Initiative, die das Lesen in der Gesellschaft, vor allem im Umfeld von Kindern, wieder populärer machen möchte.

Die Atmosphäre im Plenarsaal ist ausgelassen und gespannt zugleich. Die Kinder sitzen wie Abgeordnete in den Reihen vor dem Sprecherpodium, die Eltern versteckt auf dem oberen Rang. Die Presse ist da, es werden Fotos gemacht – der Nachwuchs spürt: Hier passiert etwas Wichtiges.

Im Rahmen eines Wettbewerbs der Leselust hatten Bremer Grundschüler die Möglichkeit, sich selbst im Schreiben zu versuchen. Mit ihren Geschichten konnten sie Bücher-Gutscheine im Wert von 600 Euro zur Aufstockung der Schulbibliothek gewinnen.

Bei der feierlichen Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Bürgerschaftspräsident Christian Weber werden einige der Kurzgeschichten vorgelesen, selbst gedichtete Lieder gesungen und die Gutscheine im Gesamtwert von 12.000 Euro an die Schulen vergeben.

„Es ist toll, dass meine Geschichte gewonnen hat“, freut sich die kleine Mona von der Grundschule am Pürschweg. Ungefähr eine Woche habe sie daran geschrieben, wie ein Mädchen namens Conny einen Wochenendausflug bei Oma und Opa macht.

„Das ist wie eine vorweihnachtliche Bescherung“, sagt Ulrike Hövelmann, Vorsitzende der Bremer Leselust. „Ich freue mich sehr, dass wir mit den üppigen Spenden 20 Grundschulen beglücken können.“ Möglich wurde das durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Bremen und der Bremer Literaturstiftung sowie der Einnahmen durch Verkäufe im neuen Stadtmusikantenhaus der Leselust im Lloydhof.

Ein Kernstück seit den Anfängen des Projekts Leselust bilden Aktionen mit sogenannten Lesebotschaftern. Ehrenamtlich engagierte Prominente animieren über das Vorlesen Kinder und Jugendliche zum Weiterlesen. Ausgefallene Veranstaltungsorte wie die gläserne Werft in Vegesack, das ehrwürdige Gobelinzimmer im Rathaus oder eben der Plenarsaal der Bremischen Bürgerschaft erhöhen die Attraktivität der Initiative.

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